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Ein Bild von früher: Frank Hanebuth (rechts) im Steintorviertel Hannover.

NP-Interview

„Hanebuth ist Vergangenheit“

Welche Wirkung hat die Freilassung Frank Hanebuths auf die Rockerszene? Darüber sprach die NP mit Soziologe Dirk Baier, Vize-Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsens (KfN).

Frank Hanebuth ist nach über zwei Jahren wieder auf freiem Fuß. Wie wichtig ist die Freilassung für die Rockerszene?

Das hat eine hohe symbolische Bedeutung, die innerhalb der Hells Angels ganz sicher groß gefeiert wird. Symbolisch wird es als Sieg über die Justiz gewertet. Für das Verhalten der Rocker hat die Freilassung Hanebuths aber sicher keine Auswirkung. Die Szene hat sich in den letzten zwei Jahren schon ohne Hanebuth weiterentwickelt. Somit sind keine besonderen Impulse für das Begehen von Straftaten zu erwarten.

Welchen Stellenwert hat Hanebuth nach seiner Freilassung noch innerhalb der Hells Angels?

Durch seine Abwesenheit hat er seinen Stellenwert in Deutschland und Niedersachsen verloren. Hanebuth ist Vergangenheit, er steht für eine bestimmte Zeit. Inwieweit er auch für die Zukunft stehen wird, bleibt abzuwarten.

Wie hat sich zwischenzeitlich die Rolle der Hells Angels im Rockergefüge verändert?

Sie sind nicht mehr Platzhirsch, andere Rockergruppen fassen in Niedersachsen Fuß. Die Hells Angels sind zugleich die Rockergruppe, die einer besonderen polizeilichen Beobachtung ausgesetzt war.

Zu Recht? Es hat in der Vergangenheit zahlreiche Razzien gegen die Hells Angels gegeben, dennoch floriert das „Wirtschaftsunternehmen Rockerbande“. Da läuft doch was schief.

Wie wirtschaftlich die Hells Angels agieren, kann nur geschätzt werden. Sicherlich erwirtschaften sie ein Vermögen, aber nicht nur auf illegalen Feldern. Den Rockern kriminelle Handlungen nachzuweisen, ist ungemein schwer und bedarf langwieriger Ermittlungen. Bevor sich die GSG 9 irgendwo abseilt, hat es sehr viel Vorarbeit gegeben.

Und doch bleiben die großen Polizeierfolge bis jetzt aus.

Im Rockermilieu hat man sehr wenige Zeugen, die auspacken. Die werden massiv unter Druck gesetzt. Es ist wesentlich leichter, einen Ladendieb zu überführen. Die Polizeistärken sind zu gering, um dauerhaft diese intensiven Ermittlungen zu stemmen. Um Rockergrößen wie Frank Hanebuth zu überführen, braucht man einen langen Atem und die richtigen Experten. Heutzutage werden Finanzexperten immer wichtiger, um zu sehen, wohin die Gelder fließen.

Welche Fehler hat Hannovers Polizei in der Vergangenheit begangen, deren Nachwirkungen heute noch spürbar sind?

Lange wurden die Hells Angels stillschweigend toleriert. Diese Zeit der Koexistenz ist aber überwunden. In Niedersachsen haben die Behörden die Hells Angels heute gut im Auge.

In der Vergangenheit machten immer wieder Vereinsverbote Schlagzeilen. Bringt das etwas?

Das passiert nur sehr selten. Und es hat durchaus positive Effekte, etwa, dass das Vereinsvermögen beschlagnahmt wird und die Polizei einen Stachel setzen kann. Allerdings trocknen Vereinsverbote die Szene nicht aus. Diese verlagert sich eher. Das Problem sind die Menschen, nicht das Vereinshaus.bl


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