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Meine Stadt Hanebuth: Sein Boxstudio am Ballermann
Hannover Meine Stadt Hanebuth: Sein Boxstudio am Ballermann
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00:16 10.10.2016
PACKT AN: Frank Hanebuth trägt einen Sandsack in sein Kampfsportstudio auf Mallorca. Quelle: Facebook
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Hannover/Palma

Schon in Kürze will der frühere Profiboxer in Palma den „Powerhouse-Fightclub Mallorca“ eröffnen. Und zwar direkt an der Vergnügungsmeile Playa de Palma - dem „Ballermann“-Strand.

Hanebuth ist inzwischen auf der Baleareninsel schon fast so bekannt wie im Rotlichtviertel von Hannover. Der kräftige Zwei-Meter-Mann mit dem kahlrasierten Schädel ist nicht zu übersehen, wenn er mit dem Fahrrad durch Palmas City zum Gericht radelt, wo er sich einmal die Woche melden muss, damit ihn die Behörden nicht aus den Augen verlieren.

Im Sommer 2013 war Hanebuth im Zuge der „Operation Casablanca” im beschaulichen Mallorca-Dorf Lloret festgenommen werden. Zwei Jahre saß er in Untersuchungshaft, dann kam er unter Auflagen frei, darf aber Spanien ohne Erlaubnis nicht verlassen. Wie aus Justizkreisen verlautete, bereitet Spaniens Staatsanwaltschaft gerade die Anklage wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung und einer langen Liste weiterer Beschuldigungen vor. Hanebuth selbst sieht sich als Justizopfer: „Ich habe mir hier nichts zu Schulden kommen lassen.“

Der spanische Untersuchungsrichter Eloy Velasco, der mit deutschen Ermittlern kooperiert, beschuldigt derweil die frühere Rotlicht-Größe aus Hannover, auf Mallorca einen Prostitutions- und Geldwäschering aufgebaut zu haben. Velasco glaubt, dass Hanebuth „einer der führenden Chefs der Hells Angels in Europa“ und der Hintermann illegaler Geschäfte auf Mallorca gewesen sei. Zusammen mit Hanebuth stehen mehr als 50 Personen aus dem Hells-Angels-Umfeld unter Verdacht. Wann genau der Mammutprozess vor dem Nationalen Gerichtshof in Madrid beginnt, ist aber noch unklar. Wegen der internationalen Verzweigungen des Falles, dessen Spuren nach Deutschland, Luxemburg, Bulgarien, in die Schweiz und in die Türkei führen, ziehen sich Ermittlungen und Anklageerhebung hin.

Hanebuth vertreibt sich die Wartezeit auf Mallorca derweil mit seinem neuen Kampfsportstudio: Auf seiner persönlichen Facebook-Seite sieht man den 52-Jährigen, wie er im Hells-Angels-Shirt und gut gelaunt bei der Renovierung der Räumlichkeiten mit anpackt. Er schleppt Trainingssandsäcke auf der Schulter und lädt Fitnessgeräte vom Lkw. „Wir machen euch stark für das, was kommt“, wirbt er für seinen neuen Geschäftszweig. Im Angebot: Boxen, Kickboxen, Thaiboxen, die philippinische Kampfkunst Escrima oder auch die brasilianische Vollkontakt-Sportart Vale Tudo - der Chef will auch selbst Trainingsstunden geben. Für den Fall, dass Spaniens Nationaler Gerichtshof seine persönlichen Kampfsportträume auf Mallorca mit einer Haftstrafe beenden sollte, hat Hanebuth auch schon vorgesorgt: Er holte sich sicherheitshalber mehrere Geschäftspartner ins Boot.

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