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Meine Stadt Hanebuth: Mehr als 10.000 Seiten Ermittlungsakten
Hannover Meine Stadt Hanebuth: Mehr als 10.000 Seiten Ermittlungsakten
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15:58 22.10.2013
Im Juli wurde Hells Angels-Chef Frank Hanebuth vond er spanischen Polizei festgenommen.
Hannover

Damit könnten die Verteidiger des 49-Jährigen endlich erfahren, was die Staatsanwaltschaft in Madrid Hanebuth im Detail vorwirft.

Hanebuth war am 23. Juli im Zuge der Razzia „Casablanca“ auf Mallorca festgenommen worden. Der schwerste Vorwurf gegen den Präsidenten des aufgelösten Hells-Angels-Charters Hannover lautet: Bildung einer kriminellen Vereinigung. Zwölfeinhalb Wochen saß er in Palma in U-Haft. Bis Freitag. Gegen 8.30 Uhr begann die Verlegung des 49-Jährigen und 17 anderer Rocker in Gefängnisse auf dem Festland.

In welcher Haftanstalt sich Hanebuth zurzeit befindet, ist auch seinen Anwälten nicht klar. Von Fromberg geht davon aus, dass der Rockerboss gestern noch nicht in Madrid angekommen ist, sondern noch in Valencia war. Erst heute oder morgen soll der Gefangenentransport mit Hanebuth eines der sieben Gefängnisse in der spanischen Hauptstadt erreichen.

Der Knast-Wechsel am Freitag kam für alle überraschend. Angeblich ahnten selbst die Gefangenen nichts von ihrer bevorstehenden Verlegung. Hanebuth soll vergangene Woche in Palma Besuch von Familienangehörigen aus Deutschland gehabt haben. Als sie im Centro Penitenciario zu ihm wollten, sei er nicht mehr da gewesen. Er war schon auf dem Weg aufs Festland.

Philip Beckmann, der in der Kanzlei von Fromberg federführend mit dem Fall Hanebuth betraut ist, wundert es nicht, dass die Verlegung des Rockerchefs geheim gehalten wurde. „Es gab bei dieser Aktion strenge Sicherheitsvorkehrungen. Die würden sonst ad absurdum geführt“, sagt Beckmann.

Mit der Ankunft Hanebuths in Madrid übernimmt ein neuer spanischer Rechtsanwalt die Federführung in dem Fall: José Bonilla Pella aus der Kanzlei Oliva-Ayala, die als eine der renommiertesten des Landes gilt.

Die endlich bevorstehende Akteneinsicht sei für die Arbeit der Anwälte entscheidend, so Beckmann: „Dann lässt sich auch eine konkrete Verteidigungsstrategie aufbauen.“

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