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Frank Hanebuth in Spanien.© Privat

Interview

Hanebuth: "Das Steintor ist mein Herzstück"

Zwei Jahre saß er in Spanien in U-Haft, seit vergangener Woche ist der Boss des früheren Hells-Angels-Charters Hannover, Frank Hanebuth, gegen 60  000 Euro Kaution auf freiem Fuß. Das erste Interview nach der Entlassung gab er NP-Redakteurin Britta Mahrholz.

Haben Sie heute schon Ihre Auflage erfüllt und sich bei der Polizei gemeldet?

Habe ich schon, heute Morgen.

Wie muss ich mir das vorstellen. Gehen Sie vor dem Brötchenholen zur nächsten Polizeidienststelle und sagen „Hier bin ich“?

Wir haben eine feste Wache hier im Ort, und meine Frau (gemeint ist die Lebensgefährtin, Anm. d. Red.) fährt mich. Ich habe ja keinen Führerschein mehr.

Wieso nicht?

Der ist mir aufgrund meiner Punkte abgenommen worden.

Wann war das?

Während meiner Haftzeit in Spanien ist er in Deutschland eingezogen worden. Ich muss jetzt eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung, im Volksmund Idiotentest, Anm. d. Red.) machen. Diesen Test gibt es in Spanien nicht. Mein Rechtsanwalt ist gerade dabei, die Dinge abzuklären. Das ist jetzt das Wichtigste, dass ich einen Führerschein habe.

Wo halten Sie sich in Spanien auf?

Wir sind in einem Hotel an der Atlantikküste. Ich warte, dass mein Sohn (14 Jahre, Anm. d. Red.) aus Deutschland kommt und wir zwei, drei Wochen Urlaub machen.

Was haben Sie die ersten Tage nach Ihrer Haftentlassung gemacht?

Meine Frau und zwei Freunde sind hier, wir haben viel geredet, viele Leute haben angerufen. Für mich war wichtig, viel Zeit mit meiner Frau zu verbringen, so viele Informationen wie möglich aufzusaugen – aus Hannover, vom Steintor und so.

Sie waren im Gefängnis in Cadiz völlig von der Außenwelt abgeschnitten?

Komplett.

Sie hatten auch keine deutschen Zeitungen?

Doch, meine Frau hat mir immer drei Zeitungen geschickt. Auch die Neue Presse und die deutschen Magazine. Durch die maximale Security bekam ich aber alles zeitversetzt. Einen aktuellen Stand hatte ich nie.

Gab es neben den Menschen in Ihrem engen Umfeld auch andere Sachen, auf die Sie sich draußen gefreut haben?

Auf gutes Essen.

In Deutschland polarisieren Sie wie eh und je – was sagen Sie zur Berichterstattung und der geteilten öffentlichen Meinung über Ihre Freilassung?

Da wird viel Mist erzählt. Zum Beispiel dieses Foto von den Hells Angels vor dem Rathaus in Hannover hatte einen ganz anderen Hintergrund, als berichtet wurde. Die sich da aufgestellt hatten, sind alles meine Freunde. Sie wollten mir einen Gefallen tun: Die wollten ein Foto schießen und es mir zu meinem Geburtstag (am 12. September, Anm. d. Red.) schicken. Weil es immer dauerte, bis mich Post im Gefängnis erreichte, hatten sie das Foto jetzt schon gemacht. Dass meine Freilassung an dem Tag, als das Bild entstand, bekanntgegeben wurde, war Zufall. Das hatte nichts zu tun mit irgendwelchem martialischen Auftreten oder was da in die Welt gesetzt wurde. Oberbürgermeister Stefan Schostok hat das genau richtig gesagt: Jeder hat das Recht, sich da fotografieren zu lassen. Das Schlimme ist, dass sich immer irgendwelche angeblich klugen Menschen zu Dingen äußern, ohne die Fakten zu kennen.

Wie war das Presseecho in Spanien auf Ihre Haftentlassung – immerhin hatten die spanische Justiz und die Medien Sie in der Vergangenheit zum „Europa-Chef der Hells Angels“ erklärt?

Kann ich nicht sagen. Ich habe nichts gelesen. Ich kann auch die Sprache nicht so, dass ich Zeitung lesen könnte. Fakt ist aber, dass ich nicht der „Europa-Chef der Hells Angels“ war oder bin. So eine Person gibt es nicht. Es gibt auch keinen „Welt-Chef“ und keinen „Deutschland-Chef“. Jeder, der sich mit der Materie der Hells Angels befasst hat, der weiß das.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Wie Frank Hanebuth die Verhaftung auf Mallorca erlebt hat.


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