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Verlustmacher: Das Tagungszentrum auf dem Garbsener Bildungscampus FBZ der Handwerkskammer Hannover. Foto: HWK

Defizite

Handwerkskammer Hannover unter Druck

Defizite und Mängel: Schwere Rüffel für die Handwerkskammer (HWK) Hannover vom Landesrechnungshof.

Hannover. Die Prüfer monieren, dass die Kammer mit ihrem Tagungszentrum (TZ) hohe Defizite einfährt, dass ihre Personalkosten stark gestiegen sind (in vier Jahren von 6,6 auf 8,3 Millionen Euro) – aber nicht transparent ist, warum wer mehr Gehalt oder Zulagen bekommt. Außerdem habe Hauptgeschäftsführer Jans-Paul Ernsting Mitarbeiter und Geschäftsführer eingestellt, ohne formal vom Vorstand beauftragt worden zu sein.

Auch sei die Selbstverpflichtung der HWK für eine Mindestrücklage in einigen Jahren nicht erfüllt worden – dazu sei nicht nachvollziehbar, wie deren Höhe zustande gekommen ist. Die Investitionsrücklage von zehn Millionen Euro für die geplante Sanierung des Förderungs- und Bildungszentrums (FBZ) in Garbsen (40 Jahre alt) werde noch erheblich unterschritten – doch fehle es der Kammer an Potenzial, da künftig noch Mittel zuzuführen.

Die Prüfer fordern die HWK auf, auch über eine Schließung des defizitären TZ nachzudenken – überhaupt sei nicht erkennbar, dass man „vor Planung und Errichtung (...) eine Bedarfsanalyse unter Abwägung von Kosten und Nutzen vorgenommen hätte“. Von 2007 bis 2013 sei dort ein Verlust von 2,7 Millionen Euro erwirtschaftet worden, wovon die Kammer 2,4 Millionen ausgeglichen habe. Für den Rest wurde das Eigenkapital der Betreibergesellschaft gemindert.

Für einige Punkte habe die HWK bereits Besserung gelobt, doch zusammenfassend stellt der Landesrechnungshof fest, dass sie sich „in einer schwierigen finanziellen Lage befindet“; sie müsse „ihre Haushaltsführung grundlegend auf den Prüfstand stellen und ihr internes Controlling verbessern“. Harter Stoff für Hauptgeschäftsführer Ernsting, doch der weist zurück und „rückt zurecht“: Der Ausgleich der Verluste des TZ sei „kammerpolitisch gewollt. Wir wollen, dass unsere Mitgliedsbetriebe ihre Leute zur Ausbildung hinschicken und dass sie dort günstig geschult und verpflegt werden.“ Das gelte nicht für externe Nutzer. Nachdem das moniert worden sei, habe man vor Monaten reagiert: Der Restaurantbetrieb sei europaweit ausgeschrieben, die Preise für die Gebäudenutzung seien neu kalkuliert worden. „Unser Ziel ist es, dort spätestens in fünf Jahren verlustfrei zu sein“, sagt Ernsting, „dafür werden wir sorgen.“

Die Sanierung des umgebenden FBZ laufe und sei bis 2026 geplant. Für den nächsten Schritt sei noch genügend Kapital da, für weitere – so sie beschlossen werden, was als sicher gilt – werde eine Erhöhung des Beitrags fällig (seit zehn Jahren stabil), weil die Kammer keine Schulden machen wolle. Ralph Hübner


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