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Meine Stadt Handel und Wandel am Steintor
Hannover Meine Stadt Handel und Wandel am Steintor
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13:57 16.08.2010
Häufiger Wechsel in der Nordmannpassage. Quelle: Behrens
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Von Julia Braun

Hannover. Eine ältere Dame bleibt vor dem zugehängten Schaufenster in der Nordmannpassage 2 stehen, liest staunend den Zettel, der über die Eröffnung eines Friseursalons informiert. „Was“, sagt sie, „schon wieder was Neues?“ Erst vor wenigen Monaten hatte Süleyman Serin in dem ehemaligen Göbelhoff-Haus sein Schnellrestaurant Metropol eröffnet, nun versucht er es an gleicher Stelle mit Haarpflege und Kosmetik. „Gastronomie lief nicht, da gibts hier schon zu viel Konkurrenz.“ Verdient habe er gar nichts, jetzt hofft er auf sein neues Projekt: „Da ist der Einkauf auch nicht so teuer wie für ein Restaurant.“ Nebenan, wo vorher die Backfrisch-Filiale war, zieht Anfang September ein Geschäft mit chinesischen Taschen und Schuhen ein.

Besser als Leerstand, sagen viele Händler, die schon länger in der Nordmannpassage sind, aber: „Das Angebot hier ergänzt sich nicht“, kritisiert Ingo Wende von „Comics am Steintor“. „Für uns wäre ein Laden wie ‚2001‘ mit Büchern und Musik ideal, das würde ein studentischeres Publikum anziehen.“ Der Fachhandel für Kinderspielzeug „Sonne, Mond und Sterne“ war ebenfalls ein guter Nachbar – musste aber aufgeben. In dem Geschäft ist nun ein asiatischer Dekoladen.
Den Beginn der Probleme können alle Mieter einwandfrei datieren: „Der Wegfall von Göbelhoff hat der Passage geschadet“, sagt Christoph Speidel vom Plattenhandel „Hot Shot Records“. Auch er findet: Die Straße hat kein Image. „Zwar ist beim ADAC gegenüber immer gut was los, aber die Leute kommen danach nicht zu mir und kaufen sich eine Platte.“ Wie viele wünscht er sich individuellen Fachhandel in der Nordmannpassage, „Dinge, die es nicht in jedem Kaufhaus gibt.“ Karin Marquardt arbeitet seit zehn Jahren im „Strumpflädchen“. In der Zeit hat der Mieter nebenan viermal gewechselt, weiß die Verkäuferin. „Es wird immer unsteter.“

Aber immerhin gibt es hier Mieter, werden sich die Nachbarn eine Ecke weiter denken. Am Beginn der Georgstraße stehen gleich drei Läden leer: der ehemalige Subway-Laden, die Ex-Kaffeemühle und Foto Haas am Steintor. Die Apothekerin Ina Nassr ist links und rechts vom Leerstand eingeschlossen: „So schwierig war es hier noch nie“, sagt sie. Ihr Wunschnachbar? „Möglichst keine Gastronomie“, hofft Nassr, „davon gibts nun wirklich reichlich.“ Das aber plant Thomas Heinemann, Chef der Hannover Region Grundstücksgesellschaft (HRG), die das Subway-Lokal vermietet: „Das Geschäft ist für Gastronomie angelegt.“ Der Subway-Franchiser war insolvent gegangen, nun seien die Verhandlungen mit dem Insolvenzverwalter abgeschlossen und die Suche nach neuen Mietern gehe los.

Die dürfte beim großen, prominent gelegenen „Foto Haas“-Shop noch länger dauern, denn hier wird inzwischen kein Mieter mehr, sondern ein Käufer gesucht. Mehr als eine Million Euro soll das Haus kosten, munkelt man am Steintor und ist sich einig – der Preis ist viel zu hoch. Zudem verunsichere der noch nicht terminierte Umbau des Steintorplatzes viele Interessierte. Auf den hofft man hier allerdings als Neustart. „Wir sagen klar Ja zum Umbau“, sagt Juwelier Ruzkullah Emektas. Und weiß, was das beste Zugpferd wäre. „Ich wünsche mir ein Einkaufszentrum.“

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