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Meine Stadt Hammerpreis für Echtzeitüberweisung
Hannover Meine Stadt Hammerpreis für Echtzeitüberweisung
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00:23 30.05.2018
SCHNELL: Die Geldsendefunktion der Sparkassen-App fürs Handy heißt „Kwitt“ – sie schickt Geld jetzt schon in Echtzeit, kostenlos. Gibts auch für Volks- und Raiffeisenbanken. Quelle: Screenshot: Hübner
HANNOVER

Mindestens einen Tag warten, bis das überwiesene Geld beim Empfänger angekommen ist, übers Wochenende womöglich oder gar fünf Tage, weil Weihnachten ungünstig liegt – das ist der Stand der Dinge im Bankenwesen. Nun soll sich das ändern: Als erste große Bankengruppe starten die deutschen Sparkassen am 10. Juli die Echtzeitüberweisung (Instant Payment). Die Sparkasse Hannover ist dabei – und sticht mit ihrer Preispolitik heraus.

Das Versprechen der Echtzeitüberweisung (EÜ) lautet: sobald die Überweisung abgeschickt ist (also etwa per Mausklick am PC oder Fingertipp am Handy) taucht binnen zehn Sekunden der Betrag auf dem Konto des Empfängers auf. Pro EÜ dürfen es maximal 15 000 Euro sein. Das ist womöglich gut, wenn man bei einem Händler etwa via Internet etwas kauft, beschleunigt womöglich Abwicklung. Auch beim Autokauf muss man dann keinen Haufen Bargeld mitnehmen (der Verkäufer kann gegebenenfalls sofort auf seinem Handy nachschauen, ob das Geld eingegangen ist), oder wenn man vielleicht jemandem in der Familie mal eben plötzlich aus einer finanziellen Notsituation helfen muss.

Während etwa die Frankfurter und die Nassauische Sparkasse den Service kostenlos anbieten und die Sparkasse München 50 Cent verlangt, langt die hannoversche Sparkasse zu: Zwei Euro soll die EÜ jeweils kosten. Und das, wo die Dienstleister, die für die Banken die Transaktion abwickeln, den Geldhäusern nur Bruchteile von Centbeträgen in Rechnung stellen (etwa 0,2), sowohl die EZB als auch die EBA, derer sich die Sparkasse bedient.

Preispolitik in Hannover

Auf Anfrage erklärt die Sparkasse Hannover: „Die Preispolitik anderer Institute kommentieren wir nicht. Wir halten unseren Preis für gerechtfertigt.“ Überhaupt werde erwartet, „das Echtzeitüberweisungen nach wie vor nur einen kleinen Anteil“ aller Überweisungen einnehmen werden. Das klingt merkwürdig angesichts der Aussage von Sparkassenpräsident Helmut Schleweis, wonach „Instant Payment das Bargeld des Internetzeitalters“ sei. Das werde mittelfristig viele Zahlungsverfahren überflüssig machen, sagte er laut „Handelsblatt“.

Verbraucherschutz-Kritik

Finanzexperte Andreas Gernt von der Verbraucherzentrale in Hannover zeigt sich überrascht und nennt die zwei Euro einen „Preis, von dem ich ganz klar sagen muss, dass das sehr, sehr viel ist. Ich möchte das fast als Abwehrkondition bezeichnen.“

Die Hannoversche Volksbank will die EÜ ab November anbieten, es sei aber noch unklar ob und wenn ja wie viel es dann kosten sollte. Die Sparda Hannover hat sich noch nicht entschieden, ob sie EÜ überhaupt anbieten wird.

Das Ganze funktioniert nur, wenn die Zielbank auch dabei ist. Bisher sind es europaweit etwas mehr als 20 Banken, Ziel ist, dass alle Banken in den 34 Ländern des sogenannten SEPA-Raumes mitmachen.

Der NP-Tipp

Die Kosten per EÜ können Sparkassenkunden umgehen, indem sie die Funktion „Kwitt“ in der Sparkassen-App fürs Handy nutzen – da funktioniert das mit der Echtzeit schon seit Herbst, Und zwar mit Ziel: jedes deutsche Girokonto, egal, bei welcher Bank. Bis 30 Euro geht es so, für höhere Beträge muss man eine Transaktionsnummer eingeben (TAN). Auch die Volks- und Raiffeisenbanken bieten diese Funktion unter „Geld senden & anfordern“ in ihrer VR-Banking-App.

Risiko der Echtzeit

Im Gegensatz zu „normalen“ Überweisungen hat die EÜ den Nachteil, dass sie online erstellt und sofort ausgeführt wird – das kann bitter sein, wenn man etwa den Betrag irrtümlich zu hoch eingibt. Eine normale Überweisung kann die Bank, sofern man sie umgehend informiert, womöglich noch stoppen. Wer es bisher schon eilig hat, kann das per Eilüberweisung bewerkstelligen, sofern es an eine andere Bank in Deutschland geht – die Transaktion kostet bei der Sparkasse Hannover zehn Euro und soll am selben Tag verbucht sein.

Von Ralph Hübner

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