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SCHLÜSSELROLLE: Daniel Gardemin soll für die Grünen im Bezirksrat den Beschluss auf den Halim-Dener-Platz zurücknehmen.

SCHLÜSSELROLLE: Daniel Gardemin soll für die Grünen im Bezirksrat den Beschluss auf den Halim-Dener-Platz zurücknehmen.
© (c) Schaarschmidt

Parteiaustritte angedroht

Halim Dener: Grüne ringen um Kompromiss

Soll ein Platz in Linden-Nord nach Halim Dener benannt werden, dem von Polizeischüssen getöteten Kurden? Der Streit um diese Frage stellt die Grünen vor eine Zerreißprobe.

HANNOVER. Bei den hannoverschen Grünen knirscht es ganz gewaltig. Parteimitglieder sprechen von einer Zerreißprobe; etliche haben mit Austritt gedroht. Den Grund liefert der vom Bezirksrat Linden-Limmer gewollte Halim-Dener-Platz.

Heute wird sich der Bezirksrat mit dem Einspruch des Verwaltungsausschusses beschäftigen. Das Gremium hatte ebenso wie OB Stefan Schostok nichts davon gehalten, in Linden-Nord an den Kurden zu erinnern, der vor 23 Jahren von der Polizei er­schossen worden war.

Schostok befürchtet, dass sich der Konflikt zwischen Kurden und Türken verschärfen könnte. Sollte der Bezirksrat nicht von seinem Beschluss abrücken, will die Verwaltung ihn mit Hilfe der Kommunalaufsicht kippen. Vorsorglich hat Lindens Bezirksbürgermeister Rainer Grube gerichtliche Schritte angekündigt.

Eine Schlüsselrolle in dem Streit kommt Daniel Gardemin zu, Ratsmitglied und zugleich Fraktionschef der Grünen im Bezirksrat. Ge­meinsam mit Linken, Piraten und der „Fraktion“ hatten die Grünen den Antrag auf den Halim-Dener-Platz eingebracht. Warum ohne Not gerade jetzt dieses Fass aufgemacht wird, stößt vielen sauer auf.

„Es gibt einige Leute, die wegen der Diskussion richtig sauaer sind. Ich gehöre dazu“, sagt Parteichefin Gisela Witte. Mit ihrem Kollegen Richard Heise habe sie Gardemin um Rücknahme des Beschluisses gebeten. „Er hat es zugesagt.“

Behandelt wird das Thema heute Abend in der Sitzung des Bezirksrates Linden-Limmer (Beginn 18 Uhr im Freizeitheim Linden), in der auf die Sonderwünsche fürs Fössebad auf der Tagesordnung stehen. Wie berichtet, schlägt die Verwaltung einen 1^,5 Millionen Euro teuren Neubau vor- allerdings ohne Außenbecken.

„Zu diesem Thema können die Grünen im Rat und im Bezirksrat auch abweichender Meinung sein. Das ist nicht das Problem“, findet Freya Markowis, Fraktionschefin der Grünen im Rat. Zum Halim-Dener-Platz aber müsse eine Lösung gefunden werden, damit sich die Grünen auf Stadtebene nicht zerstreiten“. Markowis (derzeit im Urlaub) wirbt für Verständigung. „Wir müssen es schaffen, uns auf die für uns wichtigen Themen zu konzentrieren.“

Von Vera König


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