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Meine Stadt Haftstrafe für Steuerberater
Hannover Meine Stadt Haftstrafe für Steuerberater
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06:15 23.10.2012
VERURTEILT: Hans-Dieter F. (vorn links) soll in Haft. Neben dem Steuerberater sein Verteidiger Albrecht Paul Wegener. Quelle: Dröse
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Hannover

Eine Million Euro Provision haben ein Steuerberater und drei Versicherungskaufleute bei der VHV mit windigen Rentenversicherungsverträgen abkassiert, weitere 114500 bei der Winterthur.

Steuerberater Hans-Dieter F. (55) aus Hemmingen wurde zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Er bestreitet die Beteiligung an dem Betrug, Verteidiger Albrecht Paul Wegener forderte Freispruch und kündigte Revision an.

Kaufmann Martin Josef K. (67) kam wegen seines umfassenden Geständnisses mit zwei Jahren auf Bewährung davon. Der ebenfalls geständige Axel H. (66) erhielt 18 Monate auf Bewährung. Damit für sie die Urteile spürbar seien, müsse K. 300 und H. 150 Stunden gemeinnützig arbeiten, so Richter Bernhard Krause.

Die Männer hätten 2006 geplant, ins Immobiliengeschäft einzusteigen. Weil sie kein Geld hatten und zwei von ihnen erheblich verschuldet waren, hätten sie geplant, das Startkapital mit Provisionen für ein groß angelegtes Versicherungsgeschäft zu verdienen. Um an möglichst viele Vertragsabschlüsse für Rentenversicherungen zu kommen, hätten sie den meist mittellosen Kunden gesagt, im ersten Jahr werde der Beitrag von der Agentur gesponsert, und nach einem Jahr könnten sie überlegen, ob sie den Vertrag fortführen. Die ersten Raten zahlten die Männer selbst, um flott an Provisionen zur Fortführung ihres Systems zu kommen.

Beitragssponsoring ist jedoch nach den Regeln der VHV verboten. Ein VHV-Vorstand wusste von den fragwürdigen Geschäften. Das Gericht könne sich den Verstoß gegen eigene Regeln nur so erklären, „dass sich die VHV mit ihrer noch jungen Lebensversicherungs AG möglichst schnell am Markt etablieren wollte.“

Die Seifenblase platzte, als die Agenten das Geld für die Prämienzahlungen schuldig blieben (NP berichtete).

Für den vierten Mittäter in diesem Fall, Wolfgang K. (66) aus Burgdorf, steht das Urteil noch aus. Da sein Verteidiger kurz vor Prozessende schwer erkrankte, wurde sein Verfahren abgetrennt.

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