Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Haft und Therapie für Taxi-Räuber
Hannover Meine Stadt Haft und Therapie für Taxi-Räuber
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 21.12.2012
VERURTEILT: Aleksey S. und Jaqueline L. im Gespräch mit Verteidiger Christoph Rautenstengel. Quelle: Annette Rose
Anzeige
Hannover

Aleksey S. (40) und Jacqueline L. (35) wurden in Entziehungsanstalten eingewiesen. Sie müssen vor Beginn der Therapie einen Teil ihrer Strafen verbüßen, die Frau ein Jahr, der Mann eineinhalb Jahre. Beide seien, so Richterin Renata Bürgel,seit Jahrzehnten abhängig: „Ihr gesamtes Leben und Denken dreht sich nur um die Beschaffung von Drogen.“

L., die im Prozess apathisch wirkte, hatte gestanden, sie sei die Initiatorin der Überfälle gewesen. Sie habe Angst vor Entzugserscheinungen gehabt. Ihr Freund sei „mitgekommen“.

Trotz ihrer Sucht wirken die Angeklagten gepflegt und äußerlich unauffällig. Zeugen schätzten das Pärchen jünger. A. und L. waren bei ihren Taten nahe der Unterkunft für drogensüchtige Obdachlose in Lahe eingestiegen. Dort lebte das Paar in einem Appartement.

Ihre Überfälle verliefen immer nach dem gleichen Muster: Die Frau setzte sich auf den Beifahrersitz, nannte ein Fahrziel und verwickelte den Fahrer in ein Gespräch. S. saß auf dem Rücksitz und hielt dem Taxifahrer ein Messer an die Kehle, noch bevor das Auto zum Stehen kam. Ihre Beute bei den Taten am 7., 18. und 19. Mai: 910 Euro und zwei Handys. Die Opfer, die verletzt wurden und vor Gericht als Zeugen aussagten, waren tief beeindruckt von den Überfällen. Ein Fahrer sagte, er habe Panik gehabt. Ein anderer fährt heute kein Taxi mehr.

Für die Verteidiger Christoph Rautenstengel und Clemens Anger war es wichtig, dass die vielfach vorbestraften drogensüchtigen Angeklagten in Therapie kommen. Aleksey S. sei bereits zu der Erkenntnis gelangt, dass er nur mit Therapie weiterleben könne, so Richterin Bürgel.

Jaqueline L. hatte eine Begutachtung durch einen Psychiater verweigert. Erst im Prozess ließ sie sich auf ein Gespräch ein, so die Richterin. Inzwischen bestehe die Möglichkeit, dass auch sie zur Therapie bereit sei und die Möglichkeit eines Erfolgs sehe.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Hainholz kommt nicht zur Ruhe: Erneut treibt ein Feuerteufel dort sein Unwesen. In der Nacht zu Dienstag zündete der Unbekannte einen Keller in der Bömelburgstraße an – und brachte die schlafenden Mieter in Lebensgefahr . Eine unheimliche Brandserie sorgt bereits seit Anfang des Jahres für Angst in dem Stadtteil.

21.12.2012

Wird die Wende zu umweltfreundlicher Energie ausgerechnet für die Üstra richtig teuer? Hintergrund sind Überlegungen der Bundesregierung, Firmen, die nicht gegen ausländische Konkurrenz antreten müssen, nicht mehr von der Ökostromabgabe zu befreien. Das würde auch den Nahverkehr treffen.

21.12.2012

Bei einem Brand in der Bömelburgstraße (Hainholz) sind in der Nacht zum Dienstag drei Menschen verletzt worden, darunter eine schwangere Frau (19). Die Opfer wurden mit Rauchvergiftungen ins Krankenhaus gebracht, wie die Polizei am Dienstagmorgen mitteilte.

18.12.2012
Anzeige