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VERURTEILT: Aleksey S. und Jaqueline L. im Gespräch mit Verteidiger Christoph Rautenstengel.

VERURTEILT: Aleksey S. und Jaqueline L. im Gespräch mit Verteidiger Christoph Rautenstengel.© Annette Rose

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Gericht

Haft und Therapie für Taxi-Räuber

Das drogensüchtige Liebespaar, das im Mai vier Taxifahrer mit einem Messer bedroht und beraubt hat, ist Dienstag zu jeweils sechs Jahren Haft verurteilt worden.

Hannover. Aleksey S. (40) und Jacqueline L. (35) wurden in Entziehungsanstalten eingewiesen. Sie müssen vor Beginn der Therapie einen Teil ihrer Strafen verbüßen, die Frau ein Jahr, der Mann eineinhalb Jahre. Beide seien, so Richterin Renata Bürgel,seit Jahrzehnten abhängig: „Ihr gesamtes Leben und Denken dreht sich nur um die Beschaffung von Drogen.“

L., die im Prozess apathisch wirkte, hatte gestanden, sie sei die Initiatorin der Überfälle gewesen. Sie habe Angst vor Entzugserscheinungen gehabt. Ihr Freund sei „mitgekommen“.

Trotz ihrer Sucht wirken die Angeklagten gepflegt und äußerlich unauffällig. Zeugen schätzten das Pärchen jünger. A. und L. waren bei ihren Taten nahe der Unterkunft für drogensüchtige Obdachlose in Lahe eingestiegen. Dort lebte das Paar in einem Appartement.

Ihre Überfälle verliefen immer nach dem gleichen Muster: Die Frau setzte sich auf den Beifahrersitz, nannte ein Fahrziel und verwickelte den Fahrer in ein Gespräch. S. saß auf dem Rücksitz und hielt dem Taxifahrer ein Messer an die Kehle, noch bevor das Auto zum Stehen kam. Ihre Beute bei den Taten am 7., 18. und 19. Mai: 910 Euro und zwei Handys. Die Opfer, die verletzt wurden und vor Gericht als Zeugen aussagten, waren tief beeindruckt von den Überfällen. Ein Fahrer sagte, er habe Panik gehabt. Ein anderer fährt heute kein Taxi mehr.

Für die Verteidiger Christoph Rautenstengel und Clemens Anger war es wichtig, dass die vielfach vorbestraften drogensüchtigen Angeklagten in Therapie kommen. Aleksey S. sei bereits zu der Erkenntnis gelangt, dass er nur mit Therapie weiterleben könne, so Richterin Bürgel.

Jaqueline L. hatte eine Begutachtung durch einen Psychiater verweigert. Erst im Prozess ließ sie sich auf ein Gespräch ein, so die Richterin. Inzwischen bestehe die Möglichkeit, dass auch sie zur Therapie bereit sei und die Möglichkeit eines Erfolgs sehe.


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