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Meine Stadt Hämelerwald: SEK erschießt Rottweiler Jago
Hannover Meine Stadt Hämelerwald: SEK erschießt Rottweiler Jago
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00:16 15.05.2016
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Hämelerwald

Von Angriff könne nicht die Rede sein, widerspricht Alexander Tiffert (32): „Der Hund hatte sich unter der Treppe verkrochen. Das sieht man an den Einschusslöchern in den Fliesen.“ Der Einsatz des Spezialkommandos gegen 6 Uhr im Hause seiner Eltern Elvira (56) und Thomas (59) galt eigentlich seinem Bruder Markus (23). Doch der war nicht da. „Er wohnt seit Dezember nicht mehr hier. Das wusste die Polizei auch“, versichert der 32-Jährige.

Markus Tiffert hat Drogenprobleme. Die Familie soll seit einem handfesten Streit keinen Kontakt mehr zu ihm haben. Gestern vollstreckte die Polizei gegen den 23-Jährigen einen Durchsuchungsbeschluss wegen Rauschgifthandels. Nach Angaben der Beamten suchten sie das Elternhaus auf, weil es sich um seine Anschrift gehandelt habe. Alexander Tiffert will der Polizei Lehrte aber schon vor sechs Wochen mitgeteilt haben, dass Markus dort nicht mehr wohnt. Wegen des Verdachts, er könnte eine scharfe Waffe besitzen, kam das SEK. Und das stürmte gestern Morgen das Haus.

Niemand war daheim. Mutter Elvira arbeitete, Vater Thomas, ein Pflegefall, befindet sich im Krankenhaus. Jago wurde mit mehreren Schüssen getötet. Die Munition blieb zum Teil in der Wand und in Möbeln stecken. „Sie haben Jago einfach abgeknallt“, so Tochter Sabrina Tiffert (31). Alle Zimmer wurden durchsucht. Ohne Ergebnis.

Markus Tiffert war in seiner Wohnung in Stöcken, er wurde dort gegen 9 Uhr vom SEK überwältigt. Die Beamten fanden bei ihm einen Schlagring und zwei Luftdruckwaffen. Razzien gab es auch bei zwei seiner mutmaßlichen Komplizen (22, 23) in Burgdorf und in Lehrte. In Lehrte entdeckten die Beamten geringe Mengen Marihuana und Amphetamin, bei dem 23-Jährigen wurden zwei Schreckschusswaffen beschlagnahmt. Alle Männer sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Familie Tiffert will die Tötung von Jago nicht einfach hinnehmen. „Das war völlig überzogen“, sagt Sabrina Tiffert. Bruder Alexander hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet.

Von Britta Mahrholz

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