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Meine Stadt Häftlingsbefreiung in Langenhagen gescheitert
Hannover Meine Stadt Häftlingsbefreiung in Langenhagen gescheitert
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10:48 01.02.2010
Der Abschiebeknast in Langenhagen. Quelle: Decker

Von Britta Lüers und Vera König

Langenhagen. Die Täter hatten das Datum ihrer Gefangenenbefreiung vermutlich nicht zufällig gewählt: 31. Dezember 2009. Silvester. Jener Abend des Jahres, an dem die Polizei erfahrungsgemäß alle Hände voll zu tun hat. Eine Nacht, an dem Raketen lautstark in die Luft zischen und viel Lärm und Rauch produzieren. An eben diesem 31. Dezember wollten Unbekannte drei inhaftierte Georgier aus dem Abschiebegefängnis am Flughafen Hannover befreien. Der Versuch scheiterte.

JVA-Sprecherin Kerstin Buckup bestätigte den Vorfall auf NP-Anfrage: „Ja, der Alarm löste um 20.30 Uhr aus.“ Die Täter schnitten in den meterhohen Metallzaun, der das Areal umschließt, ein „sehr großes viereckiges Loch“. Da der Zaun elektronisch gesichert ist, wurde Alarm ausgelöst. Auf Überwachungsbildschirmen sahen Justizwachtmeister einen Mann zu Fuß flüchten. Buckup: „Wir wissen nicht, ob er einen Komplizen hatte, der möglicherweise einen Fluchtwagen fuhr.“ Eine Fahndung verlief erfolglos.

Nach NP-Infos sollen die Befreier möglicherweise auch einen bewaffneten Überfall in Erwägung gezogen haben. Nach der gescheiterten Gefangenenbefreiung wurde die Sicherheitsstufe hochgesetzt und verstärkt Streife gelaufen. Erst am Morgen kontrollierten JVA-Mitarbeiter die Hafträume. In der Zelle der drei Georgier entdeckten sie laut JVA-Sprecherin Buckup „leicht angesägte“ Gitterstäbe. Ein abgebrochenes Sägeblatt habe vor dem Fenster im Schnee gelegen. „Beide Vorfälle stehen im Zusammenhang“, meint Buckup. Einer der Georgier wurde in die JVA Sehnde verlegt, der Zweite in seine Heimat abgeschoben. Buckup: „Bei dem dritten wurde der Haftbefehl aufgehoben.“

Nach NP-Informationen wurde der Vorfall intern als „besonderes Vorkommnis“ eingestuft. Spötter sprechen schon vom „Langenhagener Loch“ – in Anspielung an den Coup des Verfassungsschutzes bei einem angeblichen Befreiungsversuch in Celle 1978.

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