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AUTOREN: Klaus Mlynek und Ursula Hansen haben gemeinsam das Buch „125 Jahre Gundlach in Hannover“ erstellt.© Schaarschmidt

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Neues Buch

Gundlach baut auf Hannover

Ein Buch über eines der ältesten Familienunternehmen der Stadt schreiben? Für Klaus Mlynek, den ehemaligen Direktor des Stadtarchivs, mehr als nur ein netter Auftrag.

Hannover. Drei Jahre lang hat er mit Gesellschafterin Ursula Hansen die jetzt 125-jährige Geschichte Gundlachs recherchiert. Es kann am Ende wohl kein schöneres Kompliment geben, als wenn ein Stadtkenner sich so outet wie der Autor: „Ich bin jetzt ein Gundlacher.“

Fünf Generation haben das Wohnungsbauunternehmen geprägt. Mit vieren davon hat Ursula Hansen zusammengelebt. Amüsant, liebevoll und sehr offen schildert die einstige Professorin, wie die Familie tickte. Und wie sie sich auch in schwierigen Zeiten immer als Partner der Stadt verstand.

Expansion im deutschen Osten oder in fernen Ländern? Nichts für die Gundlachs, Ottos und heute Hansens, die seit 1890 an der Spitze des Betriebs mit früher gut 1000, heute inzwischen wieder 160 Mitarbeitern stehen. Gründer Friedrich Gundlach war beim Start Maurergeselle. Lorenz Hansen, Geschäftsführer mit Frank Eretge und Bernd Dege, beeindruckt mit der Doppelqualifikation Architekt und Immobilien-Ökonom. Er wurde als Unternehmer des Jahres 2013 ausgezeichnet.

Beides vereinbaren zu können, dazu noch den Anspruch auf innovatives und nachhaltiges Bauen umzusetzen, sichert den Erfolg dieses Familienunternehmens. Wie kaum ein anderes hat Gundlach das Gesicht der Stadt geprägt – von den Klinkervierteln in der Südstadt und am Lister De-Haën-Platz bis zum neuen Viertel an der Podbi. Auch am Wiederaufbau des Anzeiger-Hochhauses und des Neuen Rathauses war Gundlach beteiligt.

Mlynek kann einen Teil des Erfolgs in Zahlen beschreiben: „Von den 145 000 Wohnungen, die zwischen 1945 und 1970 in Hannover entstanden sind, hat Gundlach 15 000 gebaut.“ 4000 sind noch heute im Besitz, 2000 zusätzlich in Verwaltung.

Was das Unternehmen anpackt, ist kaufmännisch orientiert – und vielfach zugleich zwar nicht gemeinnützig, aber gemeinnützlich (wie es einst ein Kenner formulierte). Auch ein Frauenhaus und Wohnungen für ehemals Obdachlose oder Strafgefangene hat Gundlach erstellt. Neuestes soziales Projekt ist ein Betreuungsangebot für junge Flüchtlinge in Ahlem. Dabei half das ganze Team mit (Text rechts).

 Klaus Mlynek: Unternehmensgeschichte und Stadtgeschichte, 125 Jahre Gundlach in Hannover, Wallstein-Verlag, 288 Seiten, 22,90 Euro.


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