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Bisher werden die Schienen der Stadtbahnen nur für den Personenverkehr genutzt.© Nigel Treblin

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Verkehr

Güterbahnen für Hannover?

Wird die Üstra zum Großlogistiker? Geht es nach Oberbürgermeister Stefan Schostok, könnte das bereits ab 2025 Realität werden. Bis dahin solle ein Konzept für den Warentransport mit Stadtbahnen entwickelt werden. Das verkündete er am Montag auf einer Diskussion zur „Mobilität der Zukunft“ in Niedersachsen.

Hannover. Nach Limmer fuhr der Gemüsezug, Kohlen wurden befördert - und für den Abtransport von Trümmerschutt waren die Stadtbahnen nach dem Krieg ebenfalls geeignet. Bis in die 1950er Jahre war es normal, dass Hannovers Straßenbahnen auch für den Transport von Gütern verwendet wurden. Laut Üstra-Sprecher Udo Iwannek früher ein „bedeutender Wirtschaftszweig“. Einer, der in einigen Jahren eine Renaissance erleben könnte.

Der Versandhandel boomt. Und die Fahrzeuge der Logistiker verstopfen Straßen in den Wohnbezirken und in der Innenstadt. Bei einer Diskussionsrunde am Montag zum Thema „Mobilität der Zukunft“ hat Oberbürgermeister Stefan Schostok deshalb angekündigt, dass bis 2025 ein Konzept für den Warentransport in Stadtbahnen entwickelt werden soll, mit dem die Verwaltung die Straßen entlasten will.

In anderen Städten ist das längst Realität. In Dresden gibt es seit 2001 die Cargotram, die Güter vom Logistikzentrum am Bahnhof zum gläsernen VW-Werk am Großen Garten befördert. Und auch in Amsterdam und Zürich wurden solche Konzepte Realität.

Ein Vorteil in Hannover ist, dass es hier bald kaum noch Haltestellen geben wird, die nicht barrierefrei sind. Eine Rampe, die für einen Rollstuhlfahrer geeignet ist, kann auch genutzt werden, um Waren in die Bahnen zu schaffen.

Fraglich ist aber, wie zum Beispiel Pakete von den Haltestellen zu den Kunden an die Haustür transportiert werden sollen. „Wir sind für gute Ideen immer offen. Aber man bräuchte schon ein sehr gutes Konzept. Es bringt nichts, etwas zu machen, was am Markt vorbeigeht“, sagt Üstra-Sprecher Iwannek, der die Pläne derzeit noch „im Embryonalstadium“ sieht.

Ein weiterer Knackpunkt könnte die bereits jetzt sehr hohe Auslastung des hannoverschen Stadtbahnnetzes sein. Auch ist fraglich, ob die kurzen Haltezeiten der Züge an den Stationen zum Be- und Entladen mit Gütern ausreichen würden.


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Hannover in Zahlen

  • Bundesland: Niedersachsen
  • Landkreis: Region Hannover
  • Fläche: 204,14 km²
  • Einwohner: ca. 550.000
  • Bevölkerungsdichte: 2552 Einwohner je km²
  • Postleitzahlen: 30159 - 30669
  • Ortsvorwahl: 0511
  • Kfz-Kennzeichen: H
  • Lage: 52° 22´ N / 9° 43´ O
  • Wirtschaft: Firmendatenbanken
  • int. Flughafenkürzel: HAJ
  • Stadtverwaltung: Trammplatz 2
     30159 Hannover
     Telefon: 0511 168-0
  • Oberbürgermeister: Stefan Schostok