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Meine Stadt Goseriede: Wird das noch was?
Hannover Meine Stadt Goseriede: Wird das noch was?
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00:15 05.04.2016
Zu grau: Das kritisieren viele am Goseriede-Platz, den die Stadt vor rund zwei Jahren eingeweiht hat. Die nachträglichen Bauarbeiten der Stadtwerke haben ihn nicht schöner gemacht. Sie haben hässliche Asphaltflecken und ein großes Blechhäuschen hinterlassen. Foto: Dröse
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Wer das Treiben auf der großen Fläche beobachtet, stellt fest: Viele überqueren sie, aber nur wenige halten sich tatsächlich länger dort auf. Auch bei gutem Wetter.

Für Oren Perez, Geschäftsführer der Kaffeebar „Moca“, die direkt an die Goseriede grenzt, ist der Platz immer noch eine große Enttäuschung. „Viel zu viel Grau, viel zu viele Steine und fast kein Grün. Mich wundert es nicht, dass sich hier kaum Menschen hinsetzen. Es fehlt ja auch an Bänken“, kritisiert Perez. Also will er selbst versuchen, „etwas Atmosphäre auf den Platz zu bringen“. Perez plant, Palmen und Blumenkübel
vor seinem Café aufzustellen, damit es rund um seine Außenbestuhlung nicht zu trostlos zugeht. „Das kostet mich aber alles Geld. Ich hatte eigentlich gehofft, dass die Stadt selbst Grünflächen anlegt und Bäume aufstellt“, sagt Perez.

Dass die Goseriede einmal zu einem belebten und beliebten Treffpunkt der Hannoveraner wird, glaubt auch der erfahrene Architekt Ekkehard Bollmann nicht, der in Hannover zum Beispiel das alte Kröpcke-Center gebaut hat. „Das ist eigentlich gar kein richtiger Platz, sondern eine zugige freie Fläche“, bemängelt er. Es fehle an einer Umgebung, die den Platz als solchen definiere.

Etwas Orientierung könnte der Gänselieselbrunnen bringen, der vom Steintorplatz zur Goseriede versetzt werden soll. Die Leitungen sind schon verlegt. Doch erst einmal liegt das Projekt auf Eis. „Es gibt noch keinen konkreten Zeitplan“, sagt Stadtsprecher Dennis Dix. Grund sei, dass das zuständige Gebäudemanagement angesichts der Vielzahl anderer laufender und neuer Projekte an seiner Kapazitätsgrenze arbeite. Dennoch glaubt die Stadt, dass sich die Goseriede noch beleben wird. „Wir wissen, dass es auch ein wenig Zeit braucht, bis das Potenzial eines neuen Platzes durch die potenziellen Nutzer auch ausgeschöpft wird“, sagt Dix.

Und tatsächlich sind nicht alle unzufrieden mit der neu gestalteten Goseriede. „Mir gefällt der Platz sehr gut, und ich finde auch, dass er gut funktioniert“, sagt Katinka Kornacker, Chefin der angrenzenden Comic-Buchhandlung „Comix“. Deshalb verbringe sie auch gern ihre Mittagspause auf einer der Bänke.

Christian Bohnenkamp

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