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Meine Stadt Goseriede: Wer braucht so viel Platz?
Hannover Meine Stadt Goseriede: Wer braucht so viel Platz?
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00:17 20.07.2013
Quelle: Behrens
Hannover

Weniger Verkehrsflächen, dafür neuer Raum für Fußgänger und Radfahrer: Das möchte die Stadt durch den Umbau erreichen. „Der Platz wird unter Berücksichtigung der umliegenden Restaurants angelegt“, betont Stadtsprecher Alexis Demos. Für die Gastronomen an der Ostseite der Goseriede bedeutet das: Nach Genehmigung durch die Stadt dürfen sie künftig auch auf der neu gestalteten Fläche servieren. Doch die Begeisterung darüber hält sich noch in Grenzen. Oren Perez (36) schüttelt den Kopf.

Ihm beschert der Umbau zunächst nur Unannehmlichkeiten: „Die Planungen sind eine Katastrophe“, meint der Inhaber der Kaffeebar Moca. Perez nervt vor allem der große, graue Stromkasten, den ihm die Stadt im Zuge der Bauarbeiten vor seinen Betrieb gestellt hat – und der noch dazu mit Graffiti besprüht ist. „Ein sehr hässlicher Anblick“, sagt er. Drum herum stehen mit dem Tiedthof, der Kestnergesellschaft und dem Anzeigerhochhaus hingegen bedeutende Baudenkmale. Stadtsprecher Demos erklärt, es handle sich um einen Doppelstromkasten von Telekom und Enercity: „Er kann nicht woanders stehen, sonst gibt es Strom- und Telefonausfälle.“ Über eine Verschönerung werde die Stadt aber mit dem Moca-Betreiber sprechen. Doch das ist nicht das einzige Problem: Die Stadt ordnete an, dass Perez die Stühle vom Fußweg weiter in Richtung Platzmitte verlegen muss. „Das ist zu weit weg. Bei uns ist Selbstbedienung“, wehrt sich der Geschäftsmann. Er fürchtet zudem weitere Einnahmeverluste – viele seiner Kunden hätten sich bereits über Staub und Lärm beschwert.

Demos beruhigt: „Wir sind miteinander im Gespräch. Ein Ortstermin ist bereits vereinbart.“ Auch Marc Schinköth (42), Chef des benachbarten Besitos, kann den Platz nicht nutzen. Sein Personal müsste jedes Mal rund 100 Meter zurücklegen, um die Gäste zu bedienen. Doch in seinem ruhig gelegenen Innenhof gibts zum Glück genug Sitzplätze. Ärgerlich ist nur: „Durch die Baumaßnahmen sind die Parkplätze weggefallen“, sagt Schinköth. Immerhin freut sich die Kestnergesellschaft auf der gegenüberliegenden Seite über den Umbau: „Wir könnten dort eine Skulptur aufstellen“, überlegt Geschäftsführerin Mairi Kroll. Als Teil einer Ausstellung stand dort schon im vergangenen Winter eine zwölf Tonnen schwere Glocke. Seit dem Frühjahr 2012 wird nun schon zwischen Steintor und Klagesmarkt gebuddelt und gepflastert. Der Bereich an der Kurt-Schumacher-Straße fehlt noch, bis Jahresende soll alles abgeschlossen sein.

VON CARSTEN RICHTER

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