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Meine Stadt Glocksee-„Antänzer“ sitzen in Untersuchungshaft
Hannover Meine Stadt Glocksee-„Antänzer“ sitzen in Untersuchungshaft
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00:16 14.01.2016
Der Tatort: Mustafa S. und Rabah L. sollen versucht haben, im Café Glocksee einen Behinderten zu bestehlen. Foto: Schaarschmidt
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Hannover

Aus dem beschleunigten Verfahren wurde nichts, weil Rabah L. (37) nicht mit der Verlesung der Aussagen einverstanden war. Richter Nick Zänker muss also die Zeugen laden. Dafür erließ er aber gegen L. und Mustafa S. (25) Haftbefehle. Der Vorwurf gegen die beiden Algerier lautet: versuchter Diebstahl und versuchter Diebstahl mit Waffen (gegen Rabah L.). Beide sollen in der Nacht zum vergangenen Sonntag im Cafe Glocksee (Calenberger Neustadt) versucht haben, einem Rollstuhlfahrer (45) den Rucksack zu stehlen. Rabah L. hatte ein Taschenmesser dabei.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist die Beweislage so eindeutig, dass sie in das beschleunigte Verfahren ging. Innerhalb einer Woche muss es ein Urteil geben, die Straferwartung darf nicht über einem Jahr Haft liegen. Deshalb wird am Donnerstag weiterverhandelt. Der Haftbefehl hat in solchen Fällen eine Gültigkeit von einer Woche.

In solchen Verfahren sind Geständnisse nicht unüblich. Doch davon waren die Angeklagten gestern weit entfernt. Mustafa S.: „Was soll ich sagen? Was haben Sie überhaupt für Beweise?“ Ihr Mandant werde sich nicht äußern, sagte Anwältin Tanja Brettschneider. Da Rabah L. eine Mindeststrafe von sechs Monaten Gefängnis droht (Diebstahl mit Waffen), war sie als Pflichtverteidigerin beigeordnet worden. Ihn erwartet nach dem Prozess eine Ausweisung in die Niederlande, er war unter falscher syrischer Identität nach Deutschland eingereist.

Im Cafe Glocksee tranken und tanzten die beiden Männer. Die Securitys beobachteten, wie sie Frauen „antanzten“ und wohl versuchten, in ihre Taschen zu greifen. Als sie gemerkt hätten, dass sie dabei beobachtet worden seien, hätten sie sich von der Tanzfläche zurückgezogen, sagten Zeugen aus. Dann hätten sie versucht, den Rucksack des Rollstuhlfahrers zu klauen. Anschließend hätten sie das Wachpersonal bedroht. Vor der Tür habe sich Rabah L. mit einer Glasscherbe in den Bauch geritzt. Aus den Polizeiakten geht hervor, dass die Selbstverstümmelung dem Zweck diente, sich der Festnahme zu entziehen. Im Friederikenstift wurden allerdings nur oberflächliche Verletzungen bei L. festgestellt. Die beiden Angeklagten sollen zu einer Gruppe gehören, die gezielt Frauen „antanzt“, um sie zu bestehlen.

Rabah L. erklärte, dass er sich nicht selbst verletzt habe. Das Wachpersonal habe ihn angegriffen und er habe sich mit der Scherbe zur Wehr gesetzt und dabei verletzt.

Mehr am Donnerstag.

Thomas Nagel

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