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Meine Stadt Gilde-Brauerei wächst, aber das Bier wird teurer
Hannover Meine Stadt Gilde-Brauerei wächst, aber das Bier wird teurer
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00:17 05.02.2018
AUF KURS: In der Brauerei  an der Hildesheimer Straße wurden im vergangenen Jahr 800 000 Hektoliter Bier abgefüllt, darunter auch neue Sorten wie das „Naturtrüb Hell“. Quelle: Wallmüller
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Das gildet wieder: Die Gilde-Brauerei hat in einem allgemein schrumpfenden deutschen Biermarkt im vergangenen Jahr um gut 17 Prozent zugelegt und produzierte rund 145 000 Hektoliter Bier – nur allein mit den sechs Gilde-Produkten Pilsener, Ratskeller, Naturtrüb Hell, Radler, Alkoholfrei und Lindener Spezial. Mit den Brauaufträgen etwa für Lebensmittelketten oder Efes Deutschland kommt die Gilde auf 800 000 Hektoliter. Dies entspricht einem Plus von 200 000 Hektolitern im Vergleich zu 2016.

Damit scheint die Brauerei auf einem guten Weg, ihr selbstgestecktes Ziel zu erreichen: Beim Wechsel 2015/16 von Anheuser-Busch InBev auf die privat geführte TCB-Beteiligungsgesellschaft aus Frankfurt (Oder) hatte TCB-Chef Mike Gärtner verkündet, in zwei bis drei Jahren mehr als eine Million Hektoliter in der Südstadt produzieren zu wollen. Diese Marke wollen die Bierbrauer nun zum Ende des Jahres erreichen.

„Wir liegen gut auf Kurs“, sagt Holger Bock, Chef der Gilde-Vertriebs-GmbH. Allerdings schreibe der Standort Hannover noch rote Zahlen, dafür habe man aber auch bis zu fünf Jahre nach Übernahme veranschlagt, sagt Bock. In der Südstadt reicht die Kapazität für knapp zwei Millionen Hektoliter Bier.

Nichtsdestotrotz holt sich die Gilde Stück für Stück Marktanteile zurück, die sie über Jahre unter dem Brauriesen AB InBev verloren hat. Zurzeit hält die Gilde Verträge mit rund 1400 Gastronomiebetrieben und steigerte den Absatz beim Fassbier in der Gastronomie auf fast 50 000 Hektoliter. Auch bei den Mitarbeitern legte das Unternehmen zu. Wurden schon 2016 zusätzlich zu den 75 von AB InBev übernommenen Mitarbeitern zehn Vertriebsfachleute eingestellt, so beläuft sich die Zahl der Gilde-Mitarbeiter aktuell auf mehr als 130. Tendenz steigend. „Über alle Bereiche hinweg suchen wir weitere Beschäftigte“, so Holger Bock.

Kernmarkt für die Gilde bleibt dabei die Region Hannover. Erfreulich für die Bierbrauer: Die 2017 eingeführten Sorten „Naturtrüb Hell“ und „Radler“ kamen beim Verbraucher gut an. Speziell das Radler, das es auch im Fass gibt, verzeichne jeden Monat zweistellige Zuwächse, berichtet der Gilde-Vertriebschef.

Ein großes Stück nach vorne im allgemeinen Ansehen habe die Brauerei auch die Partnerschaft mit Hannover 96 gebracht, so Bock. Seit der Rückrunde 2017/2018 (damals noch in der zweiten Liga) ist Gilde exklusiver Bierpartner in der HDI-Arena. Etwa 3500 Hektoliter habe man dort in den ersten zwölf Monaten absetzen können. Diese Kooperation läuft noch fünf Jahre. Parallel dazu gibt es eine 0,5-Liter-Dose im 96-Design, sie will die Gilde zur neuen Saison in einer überarbeiteten Edition weiterführen.

Aber es gibt nicht nur gute Nachrichten: Für März kündigt die Brauerei eine Preissteigerung an – die Kiste Bier über alle Gebinde und Sorten hinweg soll dann einen Euro mehr kosten für den Handel. „Wir gehen davon aus, dass der Handel diesen einen Euro auch an den Endverbraucher weitergibt“, so Holger Bock. Die 0,5-Liter-Dose wird ebenfalls zum 1. März teurer, aber nur um zehn Cent. Als Grund gibt das Unternehmen gestiegene Kosten bei den Rohstoffen und Mehrausgaben in allen Unternehmensbereichen an.

Von Andreas Voigt

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