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Das Bad in Misburg hatte die Stadt wegen hoher Betriebskostenzuschüsse privatisiert. Doch auch private Betreiber bekamen die Kosten nie in den Griff. 2014 ging das Bad zurück.

Sportausschuss

Gigantischer Baupfusch am Misburger Bad

Gutachter haben Schäden an der Bausubstanz festgestellt. Das Misburger Bad bleibt deshalb bis 2020 dicht.

Hannover. Gigantischer Baupfusch bei der Sanierung des Misburger Bades 2007 durch die damaligen Betreiberfirma s.a.b.: Wie Stefan Bär vom städtischen Gebäudemanagement in der gestrigen Sitzung des Sportausschusses darlegte, hat die ausführende Baufirma beim Umbau unter anderem tragende Wände und Böden entfernt, andere nicht tragende Wände dafür belastet und eine Vielzahl unzulässiger Bohrungen und Durchbrüche vorgenommen, sodass es zu zahlreichen Schäden an der Bausubstanz des Gebäudes gekommen sei. Wörtlich sagte Oberbürgermeister Stefan Schostok angesichts der langen Mängelliste gestern im Ausschuss: „Da bleibt einem erst einmal die Luft weg.“

Die Stadt hatte das Bad im September 2014 von der Firma s.a.b wieder übernommen und kurz danach geschlossen – weil sie da bereits erste Baumängel festgestellt hatte. Jetzt brachte ein umfängliches Gutachten ans Tageslicht: Die ganze Sanierung war ein einziger Pfusch am Bau. Stefan Bär vom Gebäudemanagement: „Bei der Übergabe des Bades 2014 an die Stadt war alles tiptop und äußerlich einwandfrei.“ Er sagte auf Nachfrage der CDU-Fraktion, dass nichts in den eingereichten Planungsunterlagen für diese Bauschäden gesprochen hätte. „Das, was da gemacht worden ist an dem Gebäude, wurde nie beantragt.“

Peggy Keller, die sportpolitische Sprecherin der SPD, sagte, man müsse überlegen, ob man gegen s.a.b. nicht Strafanzeige stelle: „Das grenzt hier an Sachbeschädigung und Missbrauch von Steuergeldern.“ OB Schostok äußerte, die Stadt habe keine Versäumnisse begangen. Die Ortsbegehungen und Nachweise hätten nie einen Grund zur Beanstandung gegeben. Allerdings muss die Stadt auch recht blauäugig an diese Kontrollen herangegangen seien. Denn anscheinend hat es nur wenige Überprüfungen gegeben – in dem guten Glauben, dass Badbetreiber s.a.b. schon ordentlich arbeite, wenn es das Bad 30 Jahre lang betreibe. Laut dem OB will die Stadt s.a.b und den Generalunternehmer Pellikaan in Regress nehmen.

Den Schwimmsport-Vereinen nützt dies wenig, sie müssen auf ihr Bad bis zum Jahr 2020 verzichten. In einer Studie will die Stadt jetzt herausfinden, ob Kernsanierung oder Neubau mehr Sinn macht. Am beschlossenen Bäderkonzept will sie immerhin festhalten, Schwimmflächen wird es also weiter in Misburg geben. Mit den Schwimmvereinen will die Stadt am 23. November nun erst einmal nach Alternativen suchen.

Einen Bauchklatscher legte die Stadt beim Misburger Bad offenbar auch finanziell hin. Wie der OB ausführte, muss die Stadt laut Übernahmevertrag bis 2037 den Finanzdienst für die Bad-Sanierung tragen – insgesamt 13,5 Millionen Euro. Dazu kommen noch Kosten für einen Energieliefervertrag bis 2027. „Hier sind wir aber in konstruktiven Gesprächen für eine vorzeitige Kündigung“, so Schostok. Andreas Voigt


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