Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Gewerkschaft warnt vor Ramschpreisen bei Fleisch
Hannover Meine Stadt Gewerkschaft warnt vor Ramschpreisen bei Fleisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:06 13.07.2018
Hannover

Rabattschlachten in den Supermärkten gefährdeten nicht nur die Qualitätsstandards bei Schwein, Rind und Geflügel. „Auch Jobs sind bedroht, wenn immer mehr und immer billiger produziert wird“, sagt Lena Melcher von der NGG Hannover. Nach Angaben der Arbeitsagentur sichert die Fleischwirtschaft rund 1.170 Arbeitsplätze in der Region Hannover. In Niedersachsen beschäftigt die Branche rund 32.000 Menschen.

15.000 Liter für ein Kilo Rindfleisch

„Von der Aufzucht im Stall bis zur Zerlegung im Schlachtbetrieb – Fleisch ist in der Herstellung extrem aufwendig. Allein für ein Kilo Rindfleisch sind in der Produktion 15.000 Liter Wasser nötig“, macht Melcher deutlich. Das müsse sich aber auch am Preis zeigen. Statt auf das Billig-Prinzip zu setzen, sollten Discounter mit gutem Beispiel vorangehen und sich gemeinsam zu fairen Mindestpreisen bekennen. „Und auch Verbraucher haben die Wahl. Die Packung Bratwürste sollte dem Käufer schon mehr wert sein als ein Kilo Kartoffeln“, so Melcher.

Firmen setzen auf Niedriglöhne

Mit Sorge beobachtet die NGG zugleich den Trend, dass Firmen in der Schlachtung und Fleischverarbeitung zu oft auf Niedriglöhne setzten. Auch dies habe direkt mit dem Preiskampf zu tun. „Häufig werden Subunternehmer aus dem Ausland engagiert, die ihren Beschäftigten teils sogar den Mindestlohn vorenthalten“, erklärt Melcher. Regelmäßig decke der Zoll organisierte Schwarzarbeit auf. Die NGG Hannover fordert deshalb verpflichtende Branchen-Standards: „Nur wer eine Ausbildung hinter sich hat, sollte schlachten und Fleisch zerlegen dürfen. Und diese anstrengenden Jobs müssen auch vernünftig bezahlt werden.“

Deutsche essen 36 Kilo Schweinefleisch

Dabei ist der Hunger auf Fleisch auch außerhalb der Grillzeit ungebrochen groß. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft aß jeder Deutsche zuletzt durchschnittlich gut 36 Kilogramm Schweinefleisch pro Jahr. Beim Geflügel waren es 12,5 und beim Rindfleisch 9,7 Kilo. Ein großer Teil des Fleischs stammt dabei aus heimischer Produktion. Allein in den niedersächsischen Mastbetrieben gibt es laut Statistischem Bundesamt 4,3 Millionen Schweine und 61 Millionen Hühner.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!