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Festnahme: Etwa 100 Fußball-Chaoten aus Hannover kamen vergangenen November  in Gewahrsam. Beschwerden dagegen wurden jetzt abgelehnt.

Festnahme: Etwa 100 Fußball-Chaoten aus Hannover kamen vergangenen November in Gewahrsam. Beschwerden dagegen wurden jetzt abgelehnt.
 © Dillenberg

Niederlage

Gewahrsam: 96-Chaoten scheitern vor Gericht

Fast 48 Stunden in den Zellen der Polizei an der Waterloostraße: Die 96-Chaoten, die im vergangenen Jahr vor einer geplanten Drittortauseinandersetzung in Hildesheim festgenommen wurden, und bis nach dem Derby in Braunschweig eingesperrt waren, sind mit ihren Beschwerden gegen die Maßnahme vor dem Oberlandesgericht Celle gescheitert.

Hannover.  Die gewaltbereiten 96-Chaoten, die sich vergangenen November zwei Tage vor dem Derby in Braunschweig zu einer verabredeten Massenschlägerei auf einem Baumarkt-Parkplatz in Hildesheim mit Eintracht-Anhängern treffen wollten, wurden zu Recht zwei Tage und Nächte in die Polizeizellen an der Waterloostraße gesperrt. Alle Beschwerden, die gegen die Maßnahme beim Oberlandesgericht (OLG) Celle eingelegt wurden, seien inzwischen entschieden und als „unbegründet zurückgewiesen“, sagte Sprecherin Jessica Laß.

Nur wenige Beschwerden

Etwa 170 Chaoten hatte die Polizei am 4. November 2016 auf dem Parkplatz und in angrenzenden Feldern in Hildesheim festgenommen. Gegen mehr als 100 wurde Langzeitgewahrsam verhängt. Die notwendigen Beschlüsse hatten drei Richter des Amtsgericht Hannover erlassen. Sie verfügten, dass die Chaoten erst mehrere Stunden nach dem Schlusspfiff beim Derby am 6. November wieder auf freien Fuß gesetzt werden dürfen. Laut Laß haben knapp zehn Betroffene hinterher gegen den Freiheitsentzug Beschwerde eingelegt. Noch vor der Entscheidung des OLG hätten zwei Personen ihren Einspruch zurückgezogen. Der Rest der Beschwerden wurde zurückgewiesen, so die Sprecherin.

Straftaten aus „homogener Gruppe“

Exemplarisch ist das, was der 22. Zivilsenat in einem Fall entschieden hat: Grundsätzlich rechtfertigen bevorstehende Straftaten aus einer Gruppe heraus zwar keinen Gewahrsam. Doch die Richter sahen bei der Hannoveraner Truppe Anhaltspunkte für einen kollektiven Vorsatz: Die Ultras und Hooligans von 96 „sind bekanntermaßen den Gruppierungen zuzurechnen, die Konflikte mit Hooligans und Ultras anderer Fußballmannschaften mit Gewalt austragen wollen“. Bei den 96-Chaoten würden Straftaten „aus einer homogenen Gruppe heraus begangen“.

Unterdessen beschäftigen die Krawallmacher und ihre Unterstützer weiter die Justiz: Erst Anfang dieser Woche hatten zwei Männer (19, 37) und eine Frau (31) vor dem Verwaltungsgericht Hannover ebenfalls wegen des Langzeitgewahrsams geklagt (NP berichtete). Es ging um die Kosten für den Transport von Hildesheim nach Hannover sowie für Kost und Logis in den Polizeizellen an der Waterloostraße. Die jeweils 95 Euro will das Trio nicht bezahlen. Und nicht nur das – sie empfanden die angeblich viel zu kleinen Zellen als „menschenunwürdig“. Die Entscheidung in diesem Prozess steht allerdings noch aus.

Von Britta Mahrholz


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