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Meine Stadt Gesucht: Die einzige Zeugin
Hannover Meine Stadt Gesucht: Die einzige Zeugin
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00:16 16.08.2017
ERINNERUNGEN: Mutter Andrea H. mit einem Foto ihres toten Sohnes. Quelle: Körlin/Archiv
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Hannover

 Die Suche nach der Wahrheit ist manchmal ein sehr zeitintensives Unterfangen …

Marcel Foth starb am 23. Januar 2016. Der Auszubildende wurde 22 Jahre alt. Sein Tod als Patient im Klinikum Wahrendorff beschäftigt seit Monaten die Justiz. Die trauernde Mutter, Andrea H. (48), glaubt an eine falsche Medikation. Das Klinikum indes sieht „keinen Anhalt für ein Fremdverschulden“.

Laut Christina Pannek, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, „dauern die Ermittlungen noch an“. Sie waren nach einer Beschwerde der Mutter wieder aufgenommen worden (NP berichtete).

Ihr Anwalt Thorsten Osterkamp, der im Dezember Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt hatte, sagt: „Ein erster Erfolg ist die Wiederaufnahme der staatsanwaltlichen Ermittlungen im Rahmen der Beschwerde.“

Seit vielen Monaten stellt auch der Döhrener Jurist Nachforschungen in dieser Sache an. Mit Blick auf eine mögliche Falschbehandlung des angehenden Elektrikers durch ein Medikament zur kurzzeitigen Therapie von Angstzuständen sagt Thorsten Osterkamp: „Ich habe inzwischen einige ernstzunehmende Hinweise auf schwerwiegende Probleme in Zusammenhang mit der Einnahme des Medikaments erhalten.“

Auch weiterhin sucht der Rechtsanwalt Hinweisgeber: „Wichtig für die Aufklärung des Falles sind Zeugen, die eventuell mit Marcel im Klinikum Kontakt hatten, die ihn dort besucht haben oder andere Personen, die Hinweise geben können.“

Speziell denkt Osterkamp dabei an „die einzige Zeugin“. „Ganz besonders wichtig wäre eine Freundin von Marcel, die sich zeitweise ebenfalls als Patientin in der Klinik aufgehalten hat. Nach Angaben der Mutter haben sich die beiden jungen Leute dort kennengelernt.“

Laut Osterkamp heißt die Frau Andrea F., ihr Spitzname soll „Anni“ lauten. Mehrere Versuche, über die mutmaßliche Handynummer Kontakt aufzunehmen, seien bisher leider erfolglos gewesen.

Bei Marcels Mutter sei die Verzweiflung über den Tod eines ihrer Söhne „nach wie vor sehr groß. Inzwischen wurde ihr auch noch der schwarze Kater Billy, der ihrem verstorbenen Sohn gehörte, gestohlen. Auch darüber ist meine Mandantin sehr traurig“, berichtet Osterkamp.

Marcel Foth hatte in der Wedemark eine Ausbildung begonnen, als er Monate vor seinem Tod einen Zusammenbruch erlitt und ins Klinikum kam. Laut seiner Mutter hatte der 22-Jährige den Tod des geliebten Stiefvaters nicht verkraftet.

Von Andreas Körlin

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