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Meine Stadt Gespinstmotten am Werk
Hannover Meine Stadt Gespinstmotten am Werk
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00:21 14.05.2018
EINGEWOBEN: Raupen der Gespinstmotte haben an dieser Hecke am Bischofsholer Damm schon etwas Kahlfrass hervorgebracht. Quelle: Foto: Hübner
HANNOVER

An einigen Stellen sind sie wieder zu sehen: von dichten, weißlich-silbrig schimmernden Netzen bedeckte Büsche, Hecken, Obstbäume. Ursache des gespenstischen Anblicks: Die Raupen der Gespinstmotte sind auf Fresstour.

Bevor sie sich nach mehrmaligem Häuten und zwei bis drei Wochen Fresstour verpuppen, um dann ein paar Wochen später als Nachtfalter zu schlüpfen, sucht jede Art dieser Kleinstschmetterlinge sein bevorzugtes Fressrevier auf, erklärt Kirsten Wedlich (52) von der Schmetterlings AG des Naturschutzbunds (NABU) in Hannover. „Jede Art hat ihr eigenes Nahrungsspektrum – die einen gehen an Schlehe, andere an Weißdorn, auf Apfel, Pflaume oder Traubenkirschen.“ Die Wirtspflanzen werden kahl gefressen, doch das sei kein Grund zu großer Sorge: „Die Pflanzen sterben im Normalfall nicht ab und treiben wieder neu aus“, sagt die Insektenexpertin. Natürlich könnten im Obst- und Gartenbau wirtschaftliche Schäden entstehen. Daher werden die Gespinstmotten-Raupen dort auch bekämpft. Im „Privatgarten“ sollte man höchstens mit natürlichen Mitteln vorgehen, etwa „mit Wasser abspritzen, abschütteln oder die Stellen ausschneiden“, sagt Wedlich. Dann wandern die Raupen zu einer anderen Nahrungsquelle weiter. Man könnte die gefräßigen Larven auch mit Pflanzen-Öl-Emulsion, Wasser-Schmierseife-Gemisch (eventuell kombiniert mit einer Kräuterspritzlösung) einsprühen und so töten – doch das gefällt der Expertin nicht: „Man sollte der Natur ihren Lauf lassen.“ Die Raupen und Falter dienten etwa Schlupfwespen zur Eiablage und Vögeln als Beute, sie seien „Grundlage einer Nahrungskette!“ Die Sache sei „mehr ein optisches denn ein schädigendes Problem“. Das Gespinst soll die Raupen und Puppen übrigens vor Fressfeinden und Niederschlägen schützen.

Im Unterschied zum Eichenprozessionsspinner – dessen Raupen auch noch richtig aktiv werden – sind die der Gespinstmotten nicht mit Nesselhaaren besetzt, die auf der Haut brennen und Quaddeln (Raupendermatitis) hervorrufen können (Wege mit befallenen Eichen werden in der Regel gesperrt). Wie stark die Gespinstmottenraupen auftreten, hängt laut Wedlich stark davon ab, wie die Witterung ist, wenn die Falter ihre Flugzeit haben (ab Juni) – je günstiger , desto häufiger und desto mehr Eier legen die weißen, schwarzbepunkteten, sonst „eher unbeachteten, unscheinbaren Nachtfalter“.

Von Ralph Hübner

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