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Meine Stadt Gericht glaubt dem Gerichtsvollzieher
Hannover Meine Stadt Gericht glaubt dem Gerichtsvollzieher
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00:17 06.01.2018
Symbolfoto Quelle: dpa
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Hannover

Dieser Nachbarschaftsstreit dürfte bald das Oberlandesgericht (OLG) beschäftigen. In zweiter Instanz wurde Christian L. (50) wegen Bedrohung, Beleidigung und versuchter Körperverletzung verurteilt. Er muss 1000 Euro Geldstrafe (40 Tagessätze) zahlen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag 2016 hatte er mit seinem Bruder (52) und Labrador Bella in der Nordstadt auf der Straße Fußball ge­spielt. Dabei touchierte der schlaffe Ball auch die Räder parkender Autos. Ein Gerichtsvollzieher be­schwerte sich lauthals über die Fußballspieler. Infolgedessen soll Christian L. versucht haben, den Zeugen zweimal mit der flachen Hand zu schlagen. Er soll auch gedroht haben: „Ich steche dich ab.“

Doch war es so? Der Zeuge war zum ersten Prozesstermin im Amtsgericht nicht erschienen. „Aus psychischen Gründen“, wie es hieß. Dann sagte er aus, dass er zunächst den Schlägen ausgewichen sei und dann sein Pfefferspray versprüht habe. Weder machte der korpulente Zeuge einen so behänden Eindruck, noch fand die Polizei Pfefferspray bei ihm. Die Geschichte mit der Bedrohung erwähnte er im Landgericht nur auf Nachfrage. Die Bedrohung hatte ihn aber auch nicht davon abgehalten, den drahtigen Angeklagten zu verfolgen.

In seiner gewohnt griesgrämigen Art hielt Richter Volker Löhr die Aussage des Zeugen für „klar, schlüssig, stimmig“. Auch, dass der Mann Gerichtsvollzieher sei, bezeichnete er als einen „Gesichtspunkt“: „Solche Leute wissen, wie man sich vor Gericht zu verhalten hat.“ Der Angeklagte habe hingegen „erhebliche Vorbelastungen“. Der Bruder von L. hatte keine Schläge gesehen. Anwalt Dimitrios Kotios: „Wir gehen auf jeden Fall in die Revision.“

Von Thomas Nagel

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