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PARKEN VERBOTEN: Der Wagen von Dietrich F. stand nachts auf dem rechten Gehweg kurz vor dem Tempo-30-Schild. Auch der weiße Pkw vor der Litfaßsäule hat ein Knöllchen bekommen. Bislang wurde dort nächtliches Parken geduldet.

PARKEN VERBOTEN: Der Wagen von Dietrich F. stand nachts auf dem rechten Gehweg kurz vor dem Tempo-30-Schild. Auch der weiße Pkw vor der Litfaßsäule hat ein Knöllchen bekommen. Bislang wurde dort nächtliches Parken geduldet.
 © Foto: privat

Parkplatznot

Gehen Polizeistreifen nachts auf Knöllchenjagd?

Bislang wurde nächtliches Parken auf breiten Gehwegen in aller Regel geduldet, sofern dadurch niemand behindert oder gar gefährdet wurde. Nun scheint es ein Ende der Toleranz zu geben. Ein neues Kapitel in der Diskussion um fehlenden Parkraum?

Hannover.  Tatort: Kleiststraße, Ecke Zietenstraße in der Oststadt. Ein dunkelblauer Pkw parkt dort mitten in der Nacht auf dem Gehweg. Am nächsten Morgen findet Dietrich F. (Name geändert) ein Knöllchen der Polizei an der Windschutzscheibe – und versteht die Welt nicht mehr.

„Hier stehen seit Jahren die Autos nachts auf dem Gehweg“, sagt er. Der ist an dieser Stelle extrem breit und bietet auch bei abgestelltem Pkw noch mehr Platz als die meisten Bürgersteige sonst. Verwarnungen seien hier zumindest nachts noch nie verteilt worden, glaubt F. Eine neue Gangart der Polizei?

Die Parkplatznot in einigen Stadtteilen wie der Südstadt, Linden oder der List wird seit einiger Zeit heiß diskutiert. Verschärft wird das Problem, wenn dort, wo bislang ein Auge zugedrückt wurde, künftig härter durchgegriffen werden sollte.

Das bestreitet die Polizei: „Das war ein ganz normales Vorgehen“, so Sprecher Philipp Hasse. „Die Kollegen haben eine Ordnungswidrigkeit gesehen und geahndet.“ Nur so ganz normal ist dieses Vorgehen an dieser Stelle indes nicht. Das bestätigt auch der FDP-Fraktionsvorsitzende im Rat, Wilfried Engelke: „Es ist dort seit Jahren üblich, dass die Leute nachts auf diesem extrem breiten Gehweg parken“, sagt er. Die Stadt habe das bislang geduldet. „Gesetz ist Gesetz, aber man sollte da doch mit Fingerspitzengefühl rangehen.“ Außerdem sollte sich der Bezirksrat darum kümmern, ob dort vielleicht Parkstreifen eingerichtet werden könnten.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Lars Kelich, sieht das anders: „Grundsätzlich finde ich es gut, dass die Autofahrer darauf hingewiesen werden, dass das keine Parkplätze sind“, sagt er. „Es ist richtig, dass die Polizei mal zeigt, wie das eigentlich gedacht ist.“ Niemand könne noch dazu in Gebieten mit Mehrgeschossbebauung davon ausgehen, immer einen Parkplatz vor der Haustür zu finden. „Außerdem gibt es Stadtteilparkhäuser, die nicht ausgelastet sind.“

Klare Kante dagegen zeigt Felix Blaschzyk von der CDU: „Ich habe für das Verhalten der Polizei wenig Verständnis. Das ist eine Frage der Verhältnismäßigkeit.“ Angesichts zahlreicher Auto- und Wohnungsaufbrüche sollte die Polizei eigentlich anderes zu tun haben, als Knöllchen zu verteilen.

Von Andreas Krasselt

Hannover, Kleiststraße

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