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Gartensaal macht Miese - Terrasse nicht nutzbar

Seit Monaten versperren Gerüste den sonst so tollen Blick nach draußen. Die Terrasse des Gartensaals lässt sich nicht nutzen. Ein Umsatzminus ist sicher.

Hannover. Unbestritten ist der Gartensaal eine der besten Restaurant-Empfehlungen der Stadt. Nicht nur wegen des köstlichen Essens, das die Küchen-Crew von Gastronomiechef Norbert Claßen kreiert. Nur wenige hundert Meter vom Trubel der City entfernt, genießen Einheimische wie Touristen den Blick auf den Maschpark. Der allerdings ist ihnen seit Monaten verwehrt.

Weil die Fasse des wilhelminischen Prachtbaus bröckelt und eine aufwendige Sanierung läuft, versperren Baugerüste den Zugang zur Terrasse. Wie lange noch, weiß niemand genau.. Zu gefährlich, dort zu speisen oder sich mit einem Getränk zu erfrischen. Steine könnten die Gäste treffen.

An den ersten warmen Frühlingstagen ist normalerweise kaum ein Sitzplatz draußen zu haben. Derzeit aber mutet die Terrasse trostlos an – und genau so muss sich Norbert Claßen fühlen.

Jeder Gastronom, dem durch Baumaßnahmen der Umsatz einbricht, würde seine Pacht kürzen (so wie es wegen ausstehender Sanierung die Stadt ja auch als Mieterin im Ihme-Zentrum macht). In diesem Fall gehört der Gartensaal als Eigenbetrieb der Stadt. Sie hat nicht mal eine Pachtminderung angeboten, erfuhr die NP.

Weil gerade im Frühling und Sommer ein Großteil des Umsatzes auf der Terrasse gemacht wird, droht ein enormes Defizit. Die Verwaltung wird das ausgleichen müssen; und die Politik muss es zähneknirschend hinnehmen. Aus den Reihen des Rates hat sich bislang noch niemand über die Auswirkungen der Fassadensanierung auf den Gartensaal erkundigt. Dabei wird das Restaurant auch für Hintergrundgespräche gern genutzt.

Defizit decken oder Kürzungen bei der Pacht hinnehmen komme ja im Grunde auf das Selbe raus, scheint die Meinung. Und im Zusammenhang mit der bröckelnden Fasse des Rathauses gebe es ganz andere Probleme, die gelöst werden müssen. Allen voran die Open-Air-Oper im Maschpark, die innerhalb von einer Stunde ausverkauft war. Am 22. Juli 2017 will der NDR „Rigoletto“ auf die Bühne bringen und auch das wird gestört durch die Baugerüste.

In den vergangenen Wochen haben NDR und Stadtverwaltung intensive Gespräche geführt und nach einem Weg gesucht, die Oper aufführen zu können, ohne die Gerüste abzubauen zu müssen. Es heißt, dass die Idee, die Fassade einfach mit einem riesigen Foto zu verkleiden, verworfen ist. Der NDR plane, den Open-Air-Abend mit bisher einmaliger Bildschärfe, also Filmaufnahmen im Ultra HD-Format. Zu irritierend wären dabei Spiegelungen auf einer Fotofassade.

Jetzt gibt es einen Ausweg, der sowohl NDR wie auch Stadt zufrieden stellt, heißt es. OB Stefan Schostok und NDR-Funkhauschefin Marlis Fertmann werden den Vorschlag, den nicht mal die Politik kennt,,heute präsentieren.

Von Vera König


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