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Meine Stadt Gartenheim-Busenschnecke wird Schmetterling – und trägt BH
Hannover Meine Stadt Gartenheim-Busenschnecke wird Schmetterling – und trägt BH
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00:27 03.06.2018
Umstritten: Die Busenschnecke der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim. Deshalb wurde sie nun zum Schmetterling mit Büstenhalter umgestaltet. Quelle: Mansha Friedrich
Hannover

Der pralle Busen ist verhüllt hinter einem Büstenhalter aus Strickwerk. Und aus der Schnecke ist mittlerweile ein Schmetterling geworden. Die Skandal-Markenfigur der Wohnungsgenossenschaft Gartenheim ist anständig geworden. Ein Werk der Künstlerin Mansha Friedrich, die Unternehmenschef Günter Haese eigens für die Umgestaltung der großen Busenschnecke vor seiner Unternehmenszentrale an der Hildesheimer Straße engagiert hat.

„Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass das keine Provokation sein soll“, sagt Haese. Er macht keinen Hehl daraus, dass die Aktion eine unmittelbare Reaktion auf die Kritik ist, die er im Frühjahr hatte einstecken müssen.

Regionspräsident Jagau kritisierte Busenschnecke als sexistisch

Diese hatte Fahrt gewonnen, nachdem Regionspräsident Hauke Jagau sich auf der Veranstaltung „Städte gegen Sexismus“ am Weltfrauentag kritisch über die aus seiner Sicht anstößige Busenschnecke geäußert hatte. Haese, der die Werbefigur mit den prallen Brüsten selbst entworfen hat, wehrte sich in einem offenen Brief. Der Streit war in der Welt.

Und er führte letztendlich dazu, dass die Üstra ihren Ethikrat bemühte und sämtliche Gartenheim-Werbungen mit Busenschnecken von Bussen und Bahnen entfernen ließ.

Nicht der erste BH für die Gartenheim-Figur

Auch eine Gruppe Aktivistinnen prangerte Sexismus an und verpasste der Skulptur vor der Firmenzentrale in Döhren im April einen BH. Da strickte Künstlerin Friedrich ebenfalls längst an einem Büstenhalter für die Busenschnecke. Den Auftrag hatte Gartenheim-Chef Haese schon erteilt. Er zeigt sich „hochzufrieden“ mit der Arbeit Friedrichs, die der Figur auch Fühler und Flügel verpasste und diese so in einen Schmetterling verwandelte.

Die Künstlerin findet es „wichtig, dass man sich über Sexismus Gedanken macht“. In der Busenschnecke konnte sie diesen aber auch vor der Umgestaltung nicht erkennen. Die BH-Aktion der Aktivistinnen hält sie für „schwach“, weil diese „kein wirkliches Statement“ abgegeben hätten.

Unternehmen will wieder auf Bussen und Bahnen werben

Gartenheim-Chef Haese kann die Aufregung ohnehin nicht verstehen. Nicht mehr als „ein Witz“ sei die Busenschnecke gewesen. Er räumt aber ein, von dem Rummel profitiert zu haben. Letztendlich seien die Proteste zu einem „Riesenrohrkrepierer“ für Jagau und weitere Kritiker geworden, glaubt Haese.

Mit dem Schmetterling will er auch mit Werbung zurück auf Busse und Bahnen der Üstra. „Ich will wissen, ob eine ordnungsgemäß verhüllte Busenschnecke die Zulassung bekommt. Das muss der Ethikrat der Üstra entscheiden“, fordert Haese. Die jedoch bleibt bei ihrer Haltung. „Wir haben aus erheblichen Fahrgastbeschwerden gelernt, dass das Thema zu sensibel ist, um damit Spielchen zu treiben“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Der Ethikrat des Unternehmens werde sich „nicht damit befassen, ob ein Oberteil an unserer Entscheidung etwas ändert“.

Von Christian Bohnenkamp

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