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Meine Stadt GSG 9 seilt sich über Hanebuths Villa ab - die Bilder
Hannover Meine Stadt GSG 9 seilt sich über Hanebuths Villa ab - die Bilder
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22:18 24.05.2012
Schwer bewaffnete SEK-Beamte öffnen das Tor zum Hanebuth-Anwesen in Bissendorf. Quelle: Schaarschmidt
Bissendorf

Bis an die Zähne bewaffnete Spezialkräfte umstellen sein Haus am Eichhornweg in Bissendorf (Wedemark), vermummte Beamte der GSG 9 sollen sich nach Informationen von "Spiegel Online" kurz zuvor auf dem Grundstück aus einem Hubschrauber abgeseilt haben. Groß-Razzia bei dem 47-Jährigen!

Federführend für die Aktion ist das Landeskriminalamt (LKA) Kiel. Das Kieler Charter der Hells Angels war im Janur verboten worden. Weitere Verbote im nördlichsten Bundesland werden geprüft - "im Rahmen dessen findet die Durchsuchung bei Frank Hanebuth statt", so eine Behördensprecherin. Dort stehen folgende Vorwürfe im Raum: Körperverletzung, Erpressung, Korruption sowie Waffen-und Menschenhandel. Im Rahmen der Null-Toleranz-Strategie gegen Rocker-Kriminalität trete die Polizei so stark auf, ergänzte ein Polizeisprecher.

Die Polizei suchtel im Rahmen des Einsatzes außerdem in einer Lagerhalle in Altenholz bei Kiel nach einer Leiche - dabei handelt es sich um den seit April 2010 vermissten Türken Tekin Bicer (47) aus Kiel-Gaarden. Er soll den Rockern in die Quere gekommen sein.

Nach NP-Informationen soll es neben Hanebuth fünf weitere Beschuldigte geben. Bei dem Zugriff wurden nach NP-Informationen mehrere Türen und Teile des Inventars zerstört, auch ein sechs Monate alter Wachhund wurde erschossen - vor den Augen von Hanebuths Sohn (10). Die Gespräche mit dem Staatsanwalt danach hätten in ruhiger, sachlicher Atmosphäre stattgefunden, heißt es.

"Es hat etwas Unheimliches", sagte eine Anwohnerin über die Groß-Razzia im beschaulichen Bissendorf. Hanebuth, der ebenfalls anwesend war, bestätigte, dass die Beamten Akten und alte Fotos sichergestellt hätten. Waffen, Drogen oder andere illegale Gegenstände seien demnach nicht gefunden worden.

Hanebuths Freund und Rechtsanwalt Götz von Fromberg eilte kurz nach Beginn des Einsatzes in die Wedemark, bis zum Mittag versammelte sich auch die übrige Führungsriege der Hells Angels in Hanebuths Villa. Fromberg sagte: "An den Vorwürfen gegen meinen Mandanten ist nichts dran. Die Aktion ist Teil einer Strategie und ein erneuter Versuch, ihn zu eliminieren. Die Maßnahmen sind völlig unverhältnismäßig. Mein Mandant hat immer angeboten, mit den Behörden zu sprechen und mit ihnen zusammenzuarbeiten."

Die Razzia bei Hanebuth war Teil einer Großrazzia im ganzen Norden Deutschlands. Rund 1000 Polizisten sind seit dem frühen Morgen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen im Einsatz. Rund 80 Objekte - insbesondere Bordelle, Gaststätten und Wohnungen - seien betroffen, hieß es. Bis zum frühen Vormittag habe es einige Festnahmen gegeben. Die Großrazzia werde voraussichtlich den Tag über noch andauern.

Frank Hanebuth gilt in Ermittlerkreisen als einer der einflussreichsten Mitglieder der Hells Angels bundesweit. Im November hatte er angekündigt, sich aus Hannovers Rotlichtviertel am Steintor zurückzuziehen.

(Mirjana Cvjetkovic und Tim Schaarschmidt mit dpa)

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