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Meine Stadt G-20-Gipfel: Hannover wird Ausweichflughafen
Hannover Meine Stadt G-20-Gipfel: Hannover wird Ausweichflughafen
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00:16 29.06.2017
Eine Tuifly-Maschine startet in Hannover  Quelle: dpa
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Langenhagen

 Wenn sich Ende der ersten Juli-Woche Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie-Nationen und Schwellen-Länder in Hamburg zum G-20-Gipfel treffen, spielt auch das nahe Hannover eine wichtige Rolle. Der Airport der nur 150 Kilometer entfernten Landeshauptstadt ist Ausweichflughafen für die großen Regierungsjets aus aller Welt – und auch Verkehrsmaschinen werden von der Hansestadt nach Hannover umgeleitet.

Dafür gibt es viele Gründe: Im Gegensatz zum Airport Hamburg, der zwischen Mitternacht und sechs Uhr schließt, können in Hannover Flieger rund um die Uhr starten und landen. Auf der 3,8 Kilometer langen hannoverschen Nordbahn dürfen auch die größten Langstrecken-Jets der Welt aufsetzen.

„Grundsätzlich sind die umliegenden Flughäfen Ausweichflughäfen für Hamburg“, sagt Janet Niemeyer vom Airport in Fuhlsbüttel. Zu den Plänen speziell für den G-20-Luftverkehr äußert sich die Pressesprecherin nicht – Sicherheitsgründe.

Als optimaler Alternativ-Landeplatz im Norden spielt Hannover schon länger eine wichtige Rolle: Hier trainierte die Lufthansa mit ihren Riesen-Fliegern Airbus 380 und jüngst mit dem neuen Langstrecken-Jet Airbus 350. Auch Maschinen des Lufttransportgeschwaders 62 vom nahen Fliegerhorst Wunstorf und Luftwaffen-Kampfjets landen hin und wieder in Langenhagen. Und wenn es an Berliner Flughäfen eng wird, leiten Fluggesellschaften Verkehrsjets um – wie jüngst Air Berlin (NP berichtete). Aktuell hat die Fluggesellschaft Condor auf den G-20-Gipfel reagiert und drei Flüge umgeleitet: „Aufgrund der zu erwartenden Unregelmäßigkeiten am Flughafen Hamburg haben wir direkt betroffene An- und Abflüge in Hamburg zum Flughafen Hannover verlegt.“ Die hannoversche Tuifly verlegt einen Start und eine Landung von der Hansestadt nach Langenhagen, so Sprecher Jan Hillrichs.

In Sachen Sicherheit wäre Hannover auch für G-20-Flieger bereits jetzt bestens vorbereitet. Frank Steigerwald, Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Hannover-Flughafen, zur aktuellen Lage in Langenhagen: „Luftsicherheitstechnisch sind wir gut aufgestellt. Alle Sicherheitsvorkehrungen bewegen sich auf hohem Niveau – da müssen wir nicht nachrüsten.“ Für Passagiere von Maschinen, die zusätzlich starten und landen, müsse die Bundespolizei ihre Kapazitäten in Sachen Luftsicherheitskontrollen und grenzpolizeiliche Abfertigung für Flüge in Nicht-EU-Staaten anpassen. Steigerwald: „Ein ganz normales Prozedere.“

Eine offizielle Anfrage zum Thema G-20-Ausweichflughafen habe der Hannover-Airport noch nicht erhalten, sagte Vize-Sprecherin Malisa Schmidt: „Da wir aber im Gegensatz zu allen anderen Flughäfen im Norden einen 24-Stunden-Flugbetrieb haben, kommen wir grundsätzlich als attraktiver Ausweichflughafen in Betracht. Zumal in Hannover auch die größten Jets der Welt landen können.“

Doch auch für kleine Flieger dürfte der Hannover-Airport gerade am ersten Juli-Wochenende eine große Rolle spielen: Ein Teil der Gäste, die zur standesamtlichen und kirchlichen Trauung von Ernst August junior (33) und Ekaterina Malysheva (30, 6. und 8. Juli) in die Landeshauptstadt kommen, wird per Flugzeug anreisen.

Da passt es, dass es am Flughafen Hannover ausreichend Stellflächen für Flieger aller Größen gibt.

Von Andreas Körlin

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