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Meine Stadt Fußball-Ultras sind immer jünger
Hannover Meine Stadt Fußball-Ultras sind immer jünger
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23:48 18.01.2010
So nicht: 96-Ultras wünschten Eintracht Braunschweig am Sonnabend nur das Schlechteste. Quelle: zur Nieden
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Von Andreas Voigt

Hannover. Für die Polizei werden sie zu einem immer größeren Problem: gewaltbereite jugendliche Fußballfans, die sich von den „echten“ Anhängern absondern. „Seit etwa zweieinhalb oder drei Jahren beobachten wir bundesweit den Trend, dass Problemfans mit der Polizei nicht mehr kommunizieren“, sagt der Fan-Kontaktbeamte Hubertus Gleitze von der Polizei Hannover: „Niemand will als Verräter dastehen.“

Und: Gewaltbereite Fans werden immer jünger, laut Polizei sind sie zwischen 15 und 22 Jahren alt. Auch Mädchen würden in Erscheinung treten – „weil sie mal dabei sein wollen“, so Gleitze.

Bei einem Workshop in Hannover mit Fans aus Wolfsburg, Braunschweig, Oldenburg und Meppen haben Polizei und Fanbeauftragte nach Lösungen gesucht. Ergebnis: Regionale, regelmäßige Treffen sollen gegenseitige Feindbilder abbauen.

Anlass für den Workshop waren mehrere Vorfälle in der Szene. Erst überfielen Fans von Eintracht Braunschweig 96-Anhänger im Zug, kurze Zeit später prügelten sich Fans der „Roten“ im Hauptbahnhof mit Polizisten – weil sie sich von den Beamten provoziert gefühlt hatten.

„Ultras“ aus Hannover nahmen an dem Workshop nicht teil. Dass aber durchaus Handlungsbedarf besteht, zeigte sich jüngst beim 96-Spiel gegen Hertha. „Tod und Hass dem BTSV“ war in der Nordkurve der AWD-Arena auf einem Anti-Braunschweig-Plakat zu lesen. 96 hat inzwischen herausgefunden, dass die Urheber auch hier zwischen 16 und 19 Jahren alt sind. 96-Stadionchef Thorsten Meier gestern: „So etwas dulden wir nicht. Es wird eine Anhörung geben.“ Ein Stadionverbot spreche man aber wohl nicht aus: „Auch wenn es nicht in unserem Sinne war: Das war eine Reaktion auf die Aktion von Braunschweig-Fans.“

Nach Polizeierkenntnissen haben aktuell 58 Hannoveraner bundesweit Stadionverbot, 211 stehen für fünf Jahre in der Gewalttäterdatei „Sport“. Weitere 220 Fans stuft die Polizei als gewaltbereit ein, 80 Anhänger von 96 gelten als gewalttätig. „Diese Zahlen sind seit Jahren stabil“, so Hubertus Gleitze.

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