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Meine Stadt Früher CDU – jetzt Genosse: Anwalt Waldraff tritt SPD bei
Hannover Meine Stadt Früher CDU – jetzt Genosse: Anwalt Waldraff tritt SPD bei
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00:21 12.03.2018
Jetzt Genosse: Am 2. März trat Anwalt Matthias Waldraff der SPD bei. Zuvor war er noch als Oberbürgermeister-Kandidat von CDU und FDP gegen Stefan Schostok angetreten.  Quelle: Foto: dpa
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Hannover

 Knapp zwei Jahre war er Mitglied der CDU, führte 2013 Wahlkampf gegen SPD-Oberbürgermeister Stefan Schostok. Nun ist Staranwalt Matthias Waldraff selbst ein Genosse. Am 2. März ist er in die Partei eingetreten.

„Ich bin kein Wendehals“ betont Waldraff dennoch. Er habe während des Wahlkampfs „immer auch SPD-Positionen“ vertreten. Für den Eintritt in die Partei habe er sich auch ganz bewusst in dieser schwierigen Lage entschieden, in der sich diese gerade befindet. „Sie wird derzeit in einem Maße abgestraft, dass es weh tut, und das hat die SPD auch nicht verdient. Wir brauchen nicht nur eine, sondern zwei Volksparteien“, sagt Waldraff.

2013 war er für den OB-Wahlkampf in die CDU eingetreten, hatte im Herbst 2014 aber sein Parteibuch zurückgegeben, weil er sich über Attacken des parlamentarischen Geschäftsführers der Landtagsfraktion, Jens Nacke, auf den Präsidenten des Landgerichtes geärgert hatte.

„In der SPD fühle ich mich aufgehoben“, erklärt Waldraff, der durch mehrere Gespräche mit Ministerpräsident Stephan Weil in seiner Entscheidung bestärkt wurde. Diese sei „keine Frage der Eitelkeit, sondern ein Bekenntnis“. Ein politisches Amt strebe er allerdings nicht an, versichert Waldraff. Vor allem werde er „nicht als Lokalpolitiker nach außen in Erscheinung treten“.

Einbringen will er sich allerdings in den Arbeitskreis sozialdemokratischer Juristen (AsJ). Der dürfe sich „ruhig ein bisschen lauter äußern“, findet der Anwalt, der in der SPD seinen Schwerpunkt auf die Rechts- und Innenpolitik legen will. Ihn beschäftigt unter anderem die Frage, warum sich viele Bürger subjektiv unsicherer fühlten, obwohl die Kriminalitätsstatistiken das exakte Gegenteil belegten, will gegen den ausufernden Rechtspopulismus ankämpfen.

„Wir können von seiner Erfahrung profitieren“, freut sich Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci. Er sieht in der Entscheidung Waldraffs ein „starkes Signal einer starken Persönlichkeit“, ein „Zeichen, dass die Sozialdemokratie gebraucht wird“.

In Hannovers CDU irritiert der Schritt Waldraffs allerdings viele. „Meine persönliche Meinung ist, dass es schon verwunderlich ist, dass man erst gegen die SPD kandidiert und dann so eine gedankliche 180-Grad-Wendung hinlegen kann“, sagt Jens-Michael Emmelmann, Vize-Fraktionschef der CDU-Ratsfraktion.

Von C. Bohnenkamp

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