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Meine Stadt Freche Werbung: Wisentgehege ärgert Zoo Hannover
Hannover Meine Stadt Freche Werbung: Wisentgehege ärgert Zoo Hannover
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00:16 02.09.2016
BÖSE, BÖSE: In der Nähe vom Zoo-Haupteingang wirbt das Wisentgehege mit günstigeren Eintrittspreisen. Quelle: Dröse
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Hannover

Und die steht nicht irgendwo - sondern ganz in der Nähe des Haupteingangs an der Kreuzung Adenauerstraße/ Ecke Hindenburgstraße. Dort, wo tägliche viele Hundert Zoo-Gästen langgehen.

Das Wisentgehege als fieser Provokateur um die Gunst von Besuchern? So will es Henrik Menge, der kaufmännische Direktor des Wisentgeheges Springe, auf keinen Fall sehen. „Das ist der Kleine gegen den Großen. Der Große nimmt es stillschweigend und hoffentlich mit einem Schmunzeln hin.“

Und tatsächlich sieht Zoo-Chef Andreas Casdorff die Werbung des Mitbewerbes direkt vor seiner Haustüre genau so: „Wir haben das Plakat mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen“, sagte er am Dienstag. Auf eine Gegenkampagne in Springe will er verzichten: „Schließlich verfolgen wir ja dasselbe Ziel, nämlich Menschen für Tiere und Natur zu begeistern. Wir sehen uns nicht als Konkurrenten.“

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass das Wisentgehege direkt vor den Augen des Zoos mit dem Preisgefüge des Tierparks ironisch spielt. Schon 2015 hatte der Tierpark aus dem Deister den Zoo-Preis für eine Tageskarte symbolisch auf die Hörner genommen: „Ein Zootag oder ein Jahr Wildnis?“, fragten die Springer - und bildeten 365 kleine Wisente ab, symbolisch für 365 Tage. Entworfen hat die Kampagne die hannoversche Agentur Windrich & Sörgel, mit der das Wisentgehege seit einigen Jahren zusammenarbeitet. Die Litfasssäule haben die Springer zwar nur für vier Wochen angemietet. Doch das könnte schon reichen, um eine entsprechende Wirkung zu erzielen: „Durch die Sommeraktionen haben wir 15 bis 20 Prozent mehr Jahreskarten“, so Henrik Menge vom Wisentgehege Ein Plus an Stammbesuchern, die die Einrichtung gebrauchen kann, die seit über zehn Jahren zu den Niedersächsischen Landesforsten gehört. Die Landesforste sind eine Anstalt des öffentlichen Rechts und bezuschussen das Wisentgehege zurzeit mit rund 200 000 Euro im Jahr, wobei der Zuschuss laut Menge seit Jahren immer geringer wird.

Beim Zoo sieht das anders aus, nach dem Jahresabschluss 2015 hatte der Tierpark ein Minus von 1,5 Millionen Euro. Das Geld entnimmt der Zoo seiner Rücklage, denn die Region Hannover als Trägerin überweist seit Jahren keine Betriebskostenzuschüsse mehr - als Ausgleich für die Übernahme von Altschulden.

Zoochef Casdorff war aber schon im Juni zuversichtlich, in diesem Jahr ein Plus bei den Jahreskarten hinzulegen und die Marke von 100 000 Stück zu knacken. Und die neue Affenanlage Afi-Mountain, deren Bau im Herbst beginnen soll, ist auch nicht in Gefahr: Die Region hat sich verpflichtet, die 4,3 Millionen Euro Baukosten zu übernehmen.

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