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Meine Stadt Frauenbadetag im Vahrenwalder Bad bleibt
Hannover Meine Stadt Frauenbadetag im Vahrenwalder Bad bleibt
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09:36 13.02.2018
Der Eingang des Vahrenwalder Bades.
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Hannover

Die Stadt hält am Frauenbadetag fest, wird sich aber Maßnahmen überlegen, wie der Betrieb vor allem im Vahrenwalder Bad wieder störungsfrei läuft. Diese Maßnahmen greifen jedoch erst zu den Sommerferien, da die Stadt ihre Ideen der Politik erst im April vorstellt – und von April bis zum Sommer hat das Vahrenwalder Bad wegen Reparaturarbeiten dann geschlossen.

Frauen gehen in Straßenbekleidung ins Wasser, picknicken am Beckenrand, färben im Bad ihre Haare und lassen beträchtlichen Müll zurück. Mitarbeitern des Vahrenwalder Bades, die auf die Baderegeln hinweisen, wird mit den Ehemännern und Brüdern gedroht – im Dezember vergangenen Jahres waren diese Schwierigkeiten öffentlich geworden.  Seither arbeitet die Stadt an Lösungen, wie sie diese Erscheinungen in den Griff bekommt.

„Da war etwas aus dem Gleichgewicht geraten. Und wir müssen uns überlegen, wie dieses Gleichgewicht wiederhergestellt werden kann“, sagte Sportdezernentin Konstanze Beckedorf gestern im Sportausschuss. Den Frauenbadetag, den es in Hannover seit 2005 gebe, habe die Stadt jedoch nie in Frage gestellt. Man habe inzwischen eine Arbeitsgruppe gebildet und sich mit muslimischen Frauen zusammengesetzt, so dass es aktuell keine Schwierigkeiten mehr gebe. „Allerdings ist die Besucherzahl im Vahrenwalder Bad aktuell stark zurückgegangen“, sagte Beckedorf gestern im Ausschuss.

Keine Chance hatte gestern allerdings der AfD-Antrag, den Frauenbadetag ersatzlos zu streichen. Auch, aber nicht nur wegen der Vorkommnisse aus dem vergangenen Jahr wollte die Fraktion den Sondertermin streichen: „Wollen Sie als Nächstes wieder Mädchenschulen einführen? Frauenbadetage sind Rückschritte, die wollen wir nicht“, sagte Roland Herrmann von der AfD.

„So, wie Sie sich dem Thema nähern, ist das eine populistische Forderung“, entgegnete Angelo Alter, der sportpolitische Sprecher der SPD. Man wolle das Problem gemeinsam vernünftig lösen, um einen Interessensausgleich in der Stadtgesellschaft herzustellen. „Die Frauenbadezeit ist in dieser Stadt eine Erfolgsgeschichte“, so Alter weiter.

Der Frauenbadetag sei ein städtisches Badeangebot, bei dem Frauen unbeobachtet, unbelästigt und ohne Annäherungsversuche schwimmen könnten, so Grünen-Sportexperte Mark Bindert:  „Das wird gut angenommen.“

Andreas Voigt

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