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Hannover Meine Stadt Forscher aus Hannover entdecken versunkene Inseln
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19:03 10.05.2010
Die Wissenschaftler bei ihrem Trip in die Karibik. Quelle: privat
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Allerdings sind die Eiländer rund 80 Millionen Jahre alt, also etwas älter als der Karibik-Tourismus. Da die Inseln in rund 1000 bis 1800 Meter Tiefe liegen, eignen sie sich nicht wirklich für einen Strandurlaub.

Das Wissenschaftler-Team war dabei in einer ganz anderen Mission unterwegs: In der Karibik wirken enorme geodynamische Kräfte. Das Erdbeben in Haiti im Januar mit 220.000 Toten ist ein beredtes Zeugnis dafür. „Ziel der Expedition war es, die verschiedenen Entwicklungsstufen in der Erdgeschichte zu enträtseln“, erklärt Christian Reichert, Fachbereichsleiter für Marine Rohstofferkundung bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover.

Die Ergebnisse zur Erdgeschichte fließe in die Bewertung künftiger Erdbeben mit ein. Es gehe um ein generelles Verständnis der Erdkruste und wie sie sich künftig bewegen wird. Allerdings warnt Reichert vor allzu großen Erwartungen: „Zurzeit ist es noch völlig unmöglich, ein Erdbeben mit genauer Zeit- und Ortsangabe vorherzusagen.“ Man könne nur statistische Wahrscheinlichkeiten angeben.

Für die Expeditionsteilnehmer war es sehr überraschend, dass die Karibik schon vor Jahrmillionen ein Spielball zwischen den beiden amerikanischen Kontinentalplatten war. Die BGR-Wissenschaftler um Udo Barghausen waren mit von der Partie, weil sie ein Verfahren entwickelt haben, um auf hoher magnetische Anomalien auf dem Meeresgrund zu erkennen.

So ist es ihnen zu verdanken, dass die Inseln vor der Küste Kolumbiens und Venezuelas auf einem Basaltplateau über der Meeresoberfläche standen. Das Plateau ist so groß wie Mecklenburg-Vorpommern. Geowissenschaftler Reichert macht das Ganze anschaulich: „Im Prinzip muss man sich Island vorstellen, nur dass diese Insel nicht untergegangen ist.“

(Thomas Nagel)

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