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Archivbild.© dpa

Tourismus

Flugverkehr von Hannover in die Türkei normalisiert sich

Nach der Niederschlagung des Putschversuchs in der Türkei hat sich der Flugverkehr am Airport Hannover normalisiert. Am Sonntagmorgen sei nur noch der Flug einer Germanwings-Maschine aus Izmir gestrichen worden, sagte Flughafen-Sprecherin Malisa Schmidt. Auch in den Badeorten ist die Lage ruhig.

Hannover. Die Gesellschaft Turkish Airlines sei wieder ganz normal geflogen. Am Samstag allerdings waren insgesamt elf Flüge vom und zum Flughafen Hannover gestrichen worden. In mehreren Fällen sei es um nächtliche Flüge gegangen.

Zuvor hatte der Flughafen bekanntgegeben, die Angst vor Terroranschlägen in der Türkei habe sich im ersten Halbjahr nicht negativ auf die Passagierzahlen an dem Airport ausgewirkt. Bis Ende Juni wurden demnach rund 2,45 Millionen Passagiere gezählt, ähnlich viele wie im Vorjahreszeitraum.

Die Sprecherin des weltgrößten Reisekonzerns Tui, Anja Braun, sprach von "ganz normalen Abläufen" in den Badeorten, die teils weit entfernt von Istanbul und Ankara sind. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil sagte bereits am Samstag, es sei schwer und auch nicht angemessen, aus der Ferne die Ereignisse in der Türkei beurteilen zu wollen. Grundsätzlich gelte aber, dass in demokratischen Staaten Machtwechsel mit Hilfe von Waffengewalt inakzeptabel seien.

Vor dem Hintergrund des versuchten Militärputsches in der Türkei hatten sich in der Nacht zum Samstag rund 360 Menschen vor dem türkischen Generalkonsulat in Hannover versammelt. Die Teilnehmer seien vermutlich dem regierungstreuen Lager zuzuordnen, sagte ein Polizeisprecher. Insgesamt sei die Versammlung friedlich verlaufen. Auch später kam es zu keinen Zwischenfällen.

Ministerpräsident Weil erinnerte an die Deutschen, die derzeit in der Türkei seien und sich um ihre Sicherheit sorgten. Seine Gedanken seien auch bei vielen Niedersachsen türkischer Herkunft, die die Entwicklungen mit Sorge verfolgten. "Ich wünsche diesem großartigen Land, dass es in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten trotz der tiefgreifenden Konflikte die Kraft zur Versöhnung findet", sagte der SPD-Politiker.

Die Türkisch-Islamische Union (Ditib) in Niedersachsen und Bremen rief zu Besonnenheit auf. Unterschiedliche politische Ansichten dürften die Menschen nicht trennen - und weder in der Türkei noch anderswo auf der Welt dürfe Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung eingesetzt oder befürwortet werden, erklärte die Organisation. Menschen könnten sich nur in einem rechtsstaatlichen und freiheitlich-demokratischen Gemeinwesen entfalten: "Was für uns in Deutschland eine Selbstverständlichkeit ist, haben Menschen in der Türkei in den vergangenen Stunden verteidigen und behaupten müssen."

Der Landesvorsitzende der Muslime in Niedersachsen (Schura), Recep Bilgen, sieht in der Niederschlagung des Putschversuches in seiner Heimat ein Bekenntnis der Türken zur Demokratie. "Ich bin froh, dass dieser Umsturzversuch gegen die demokratisch legitimierte Regierung der Türkei beendet ist", sagte er der "Braunschweiger Zeitung". Die Putschisten gehörten für Bilgen einer terroristischen Gruppierung innerhalb des Militärs an, die aber zu klein für einen Erfolg gewesen sei.

Bei der Tui gelte das Angebot, gebuchte Reisen umzubuchen oder zu stornieren, bis Montagabend, sagte Braun. Die Reiseleiter seien in die Hotels ausgeschwärmt. Bislang wurden demnach rund 30 Rückreisewünsche geäußert - bei derzeit etwa 18 000 Tui-Gästen in der Türkei. Seit Samstagabend seien entsprechende Anfragen von Gästen versiegt. Die Passagiere hätten ihre gebuchten Ausflüge unternommen. Angesichts von Anschlägen in der Türkei waren die Buchungszahlen aus dem deutschen Markt in der gesamten Reisebranche bereits eingebrochen.


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