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Meine Stadt Flughafen Hannover beantragt Storch-Abschuss
Hannover Meine Stadt Flughafen Hannover beantragt Storch-Abschuss
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10:54 26.08.2015
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Hannover/Langenhagen

Hannover. „Zu viel Störche und Luftverkehr – das passt nicht zusammen." Sönke Jacobsen, Sprecher des Flughafens Hannover, begründet, warum der Airport einen Storch-Abschuss beantragt hat. Gezielt werde keine Jagd gemacht, versichert er. Aber „im Notfall" müsse der „Bird Controller" schießen können, ohne den Jagdschein zu verlieren.

Dieser „Bird Controller", der sich in Zusammenarbeit mit dem Airport-Vogelschutzbeauftragten um Gefahren durch mögliche Kollisionen kümmert, hat im Umkreis von 13 Kilomtern rund um den Flughafen 14 Störchennester gezählt. Zu viel nach Einschätzung des Experten und des Pilotenverband AOPA. Dieser zeigt in seinem Sicherheitsbrief das Foto einer schwer beschädigten Cessna 150 nach Kollision mit zwei Schwänen während des Landeanflugs auf dem Flugplatz Donauwörth-Genderkingen.

Bislang, so Jacobsen, sei nicht klar, ob der „Bird Controller" in einem solchen Fall schießen dürfe. Es gehe ausschließlich um Rechtsicherheit. Grundsätzlich werde man in Absprache mit Naturschutzverbänden alles versuchen, um Störchen andere Nistplätze anzubieten. „Wir würden auch bei der Umsiedlung helfen."

„Ein Abschuss kann aber nur dann gelten, wenn auch wirklich Flugsicherheit und Menschenleben gefährdet sind", so der Umweltdezernent der Region Hannover, Axel Priebs. Nach dem Bundesnaturschutzgesetz sei das auch rechtlich kein generelles Problem.

Nach Angaben der Naturschutzorganisation Nabu wurden allein im Vorjahr 746 Weißstorchpaare in Niedersachsen gezählt. „Insgesamt wurden 1136 Jungstörche flügge", erklärt die Organisation. Da die Großvögel gerade auf den Grünflächen rund um die Start- und Landebahnen gute Nahrungsbedingungen finden, siedeln sie – ähnlich wie andere Großvogelarten – gerne in deren Umgebung. Und werden so zum Risiko. kig

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