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Meine Stadt Flughafen Hannover: Anteilsverkauf scheint beschlossen
Hannover Meine Stadt Flughafen Hannover: Anteilsverkauf scheint beschlossen
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00:19 31.08.2018
ZUKUNFT UMWÖLKT: 30 Prozent der Flughafenanteile werden voraussichtlich an die an die Icon Flughafen GmbH verkauft Quelle: .
Hannover

Die Frist läuft ab. In nur wenigen Tagen endet die Möglichkeit für Stadt und Land, die 30 Prozent Flughafenanteile zu kaufen, die der Minderheitseigner Fraport loswerden will. Offenbar aber haben weder Stadt und Land daran Interesse.

Der britische Finanzinvestor Icon Infrastructure, genauer dessen Tochter Icon Flughafen GmbH, hat sich mit den Frankfurtern geeinigt. 109,2 Millionen Euro sind den Briten die 30 Prozent wert. Die anderen 70 Prozent geheören Stadt und Land.

„Der vorgesehene Kaufpreis unterstellt einen Gesamtwert von 364 Millionen Euro“, sagt der Airport-Betriebsratsvorsitzende Torsten Krups. Wegen der Bedeutung des Flughafens als Wirtschaftsfaktor in der Region und als Jobmaschine raten die Beschäftigten auch aus Sorge um ihre Arbeitsplätze vor dem Verkauf an einen Investor ab.

Anders als viele Flughäfen Deutschlands schneidet der hannoversche mit einem Plus ab. Die Rendite liegt zwischen zwei und vier Prozent. Eine wissenschaftliche Studie aus dem Jahr 2008 belegt Wachstum im Steilflug. Von 1999 ist die Zahl der Beschäftigten am Flughafen von 6200 auf 8780 geschnellt - ein Plus von 41 Prozent. Die umgerechnet 7969 Vollzeitarbeitsplätze sichern 9052 zusätzliche Jobs in der Region. Bezogen aufs Bundesgebiet zieht jeder am Airport Beschäftigte 2,8 Arbeitsplätze nach sich. Macht einen Effekt von 22 254 Stellen.

Diese Effekte hat auch die SPD-langenhagen im Blick –und warnt vorm Verkauf des Minderheitsanteils. Ihr Vorsitzender, der einstige Landtagsabgeordneten Marco Brunotte, argumentiert: „Immer wieder wird die Bedeutung des Flughafens als öffentliche Infrastruktur mit einer strategischen Relevanz für den gesamten Norddeutschen Raum betont. Diese öffentliche Infrastruktur gehört auch wieder vollständig in öffentliche Hand.“

Bei Hannovers Stadtkämmerer Axel von der Ohe (SPD) und Finanzminister Reihold Hilbers (CDU) kommt dieses Plädoyer nicht an. Ebenso wenig wie die Befürchtung, der britische Finanzinvestor werde eine angemessene Rendite auf seinen Kaufpreis erwarten und diese gehe Zulasten der Beschäftigten und der Anwohner. Der wirtschaftliche Druck auf den Airport werde steigen und das werde zu noch mehr Nachflügen sorgen, warnt Langenhagens SPD-Fraktionschef Marc Köhler.

Der städtische Finanzausschuss wird am Mittwoch über das Vorverkaufsrecht entscheiden. Bei der SPD-Fraktion scheint die Mehrheit klar. CDU und Grüne wollen noch mal über die Zukunft des Airport reden. Die reizvolle Idee, die 100 Millionen Euro in Form einer Bürgeranleihe zusammen zu bringen, komme zu spät, bedauert Grünen-Ratschefin Freya Markowis.

Von Vera König

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