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Meine Stadt Fluchtgefahr? Hanebuth erneut verlegt
Hannover Meine Stadt Fluchtgefahr? Hanebuth erneut verlegt
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12:36 27.12.2013
Frank Hanebuth ist jetzt in das Gefängnis der Provinz Cadiz verlegt worden.
Hannover/Madrid

Nach Angaben spanischer Medien wollen die Justizbehörden so verhindern, dass Hanebuth auch hinter Gittern sein Netzwerk weiterspinnt, Kontakte zu ebenfalls einsitzenden Gesinnungsgenossen hält oder sogar Fluchtpläne schmiedet.

Hanebuths hannoverscher Anwalt Götz von Fromberg hält das für einen Vorwand. „So ein Unsinn. Ich kenne den Knast in Madrid. Da kommt keiner raus“, sagte von Fromberg, der in der Verlegung nach Cadiz eher eine Schikane der spanischen Justiz sieht.

Hanebuth war im Juli auf Mallorca mit weiteren mutmaßlichen Hells-Angels-Rockern festgenommen worden. Ihnen werden vom Nationalen Gerichtshof in Madrid die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Erpressung, Drogenhandel, Körperverletzung, Prostitutionsgeschäfte und Geldwäsche vorgeworfen. Den Ermittlungen zufolge wollte Hanebuth mehrere Bordelle auf Mallorca übernehmen und auf der Insel die Zentrale seiner Geschäfte einrichten. Zusammen mit Hanebuth sitzen 17 Verdächtige, davon mehrere bekannte Köpfe der europäischen Hells-Angels-Szene, in Spanien in Untersuchungshaft.

Nach Angaben der Zeitung „Diario de Mallorca“ wurde Hanebuth kurz vor Weihnachten von Madrid aus in den Hochsicherheitstrakt eines Gefängnisses in der südspanischen Stadt Puerto de Santa María an der Atlantikküste gebracht. Der Transport sei von einem großen Polizeiaufgebot bewacht worden, da man einen Flucht- oder Befreiungsversuch des Rockerbosses nicht ausgeschlossen habe. Die Hells Angels werden als eine mafiaähnlich organisierte Bande angesehen, die auf Mallorca sogar Polizisten als Helfer angeworben habe.

Wann der Prozess vor dem Nationalen Gerichtshof gegen Hanebuth und die anderen Verdächtigen anläuft, ist noch unklar. Die Ermittlungen in diesem Fall der organisierten Kriminalität sind schwierig, da Hanebuth sich offenbar bemüht hatte, seine Mallorca-Geschäfte vorzugsweise über Strohmänner abzuwickeln. Die deutsche Polizei, welche im Mai 2012 Hanebuths Anwesen bei Hannover gestürmt und nach Beweismaterialien gesucht hatte, musste den berüchtigten Rockerboss damals wieder laufen lassen.

Weil es Hanebuth in Hannover, wo er mit seinen Leuten jahrelang das Rotlichtviertel kontrolliert haben soll, zu heiß geworden war, verlegte er nach Einschätzung der Polizei seine Geschäfte nach Mallorca. Dort wurde er monatelang von der spanischen Kripo beschattet, bevor dann im Juli ein Großaufgebot der spanischen Polizei, das von deutschen Fahndern unterstützt wurde, zuschlug und die Bande festsetzte.

Von Ralph Schulze

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