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Meine Stadt Fleißige Flieger auf Klärwerksgelände
Hannover Meine Stadt Fleißige Flieger auf Klärwerksgelände
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00:18 24.08.2018
PUSCHELIG: Die Bienen der Sorte Buckfast sind etwas gelber als andere. Und sie sind ziemlich friedlich gestimmt.
Hannover

Für den einen ist es ein anrüchiger Ort, für den anderen ein sicheres Zuhause: das Klärwerksgelände Herrenhausen. Womit man aber nicht rechnet, ist die Tatsache, dass hier vollwertige und gesunde Leckereien produziert werden. Und zwar von jenen, die hier auf der sicheren Seite sind: Hellgelbe Flieger der Sorte Buckfast, manche sprechen auch schnöde von Bienen.

Ja, tatsächlich. Die Immen erobern immer mehr die Stadt und das hat einen guten Grund,so Imker Mark Reinert. „Wir haben festgestellt, dass es den Bienen in der Stadt echt gut geht, weil die Flächen nicht landwirtschaftlich genutzt, also mit Pestiziden belastet sind“, so Reinert, der für die Bioland-zertifizierte Imkerei Suderbruch (bei Schwarmstedt) arbeitet. Diese Stadtfläche hier ist besonders geeignet, weil umzäunt und geschützt – „wir hatten in der Nähe schon mal einen Standplatz, da wurde uns ein ganzes Volk geklaut“. Außerdem hätten die Bienen direkten Zugang zur Stadt, zur Leineaue, den Kleingärten und natürlich den Herrenhäuser Gärten. „Die finden hier genug Nahrung.“ Aber schmeckt der Honig nicht nach dem, für das das Gelände steht? Reinert und sein Kollege Daniel Voigt (46) lachen. „Nein, der Frühjahrsblütenhonig steht für Mischungen aus Rosskastanie, Wiesenlöwenzahn und Obstbäumen aus den Kleingärten, die Sommerblüte ist meist sogar reiner Lindenblütenhonig.“

Das macht Lust auf ein Honigbrot und genau das dürfte jetzt nicht schwer zu bekommen sein – im Gegensatz zum verregneten Jahr 2017. 50 Kästen mit je einem Volk stehen hier auf dem Klärwerksgelände, 40 Kilogramm Honig kann man in diesem Jahr pro Volk gewinnen. Denn 2018 ist ein Spitzenjahrgang für fliegende Insekten, nicht nur die Wespen, auch die Bienen haben „ein sehr gutes Jahr, viele Flugtage, denen geht es gut, die Kisten platzen aus allen Nähten“, so der 43-Jährige Reinert.

Den Ökohonig vom Klärwerksgelände findet man übrigens in Bioläden für vier bis sechs Euro (250 Gramm) oder sieben bis neun Euro (500 Gramm). Wer mehr wissen möchte:

www.bienenwerk.bio

Von Petra Rückerl

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