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Meine Stadt Fisch fressende Kormorane sorgen für Gerichtsstreit
Hannover Meine Stadt Fisch fressende Kormorane sorgen für Gerichtsstreit
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17:24 25.01.2010
Sorgt für Ärger in Steinhude: Kormoran mit Fisch-Appetit Quelle: lni
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Der Fischerei-Verein Steinhude klagt auf die Erlaubnis zum Abschuss von Kormoranen, die er für den Verlust großer Mengen an Aal, Zander, Hecht und Barsch verantwortlich macht. Umweltschützer indes halten die Schäden für die Fischereiwirtschaft für nicht bewiesen und pochen auf das Bestandsrecht der Vögel. Der ursprünglich auf diesen Dienstag terminierte Prozess am Verwaltungsgericht Hannover über den möglichen Abschuss einer begrenzten Zahl der Fischfresser wurde kurzfristig auf April vertagt.

„Die Vögel fressen uns täglich rund 600 Kilogramm Fisch aus dem Gewässer. Wir müssen das Kormoran-Problem lösen“, sagt der Vorsitzende des Landesfischereiverbandes, Carsten Brauer. Der Hunger der Vögel sei schlichtweg größer als das, was der See auf Dauer für Fischer und Kormorane hergibt. „Wir wollen den Bestand nicht ausrotten, sondern nur regulieren, um die Wirtschaftlichkeit der Betriebe zu erhalten.“ Der Fischer lebe schließlich vom Fisch. „Von der anderen Seite wird das ideologisch gesehen, die Schäden werden kleingeredet“, sagt Brauer. Die Umweltschützer wollten den Status quo erhalten und berücksichtigten nicht, dass sich die Zahl der Kormorane stark erhöht habe.

Jahrzehntelang hatten Fischer und Angler den Vogel gejagt und der Kormoran war aus Deutschland so gut wie verschwunden. Erst dank der Vogelschutzrichtlinie von 1979 haben sich die Bestände wieder erholt, 2005 ging der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) von 1500 brütenden Paaren alleine in Niedersachsen aus. Für 2010 hat der Nabu den Kormoran zum „Vogel des Jahres“ gekürt. „Er gehört einfach dazu“, sagt Ulrich Thüre vom Nabu-Niedersachsen. Als natürlicher Bestandteil der Gewässer müsse der Fischfresser unbehelligt gelassen werden. „Sonst heißt es irgendwann wieder, wir haben einen stillen Frühling, wir haben keine Vögel mehr.“

Das Steinhuder Meer ist ein Vogelschutzgebiet und der Kormoran ist ein geschützter Vogel“, gibt der Sprecher der Region Hannover, Klaus Abelmann, zu bedenken. Die Behörde hatte den Fischern die Erlaubnis zum Abschuss von Kormoranen verweigert, dagegen klagen der Verband und der größte Fischereibetrieb am See. „Wir glauben nicht, dass ein Abschuss hilft, den Kormoran zu vertreiben, der brütet nicht am See selber.“ Ohnehin sei eine Jagd auf die Vögel rechtlich nur im November und Dezember auf einem schmalen Uferstreifen zulässig. Die Frage sei, ob die Kormorane tatsächlich Schuld am Rückgang der Fischbestände im Steinhuder Meer seien. Von der Region Hannover gingen am Tag vor dem Prozess 17 Seiten mit neuen Argumenten gegen einen Abschuss der Vögel ein - das Verfahren wurde daraufhin auf April vertagt.

Vom Bodensee bis nach Brandenburg gibt es in Deutschland Streit um den Kormoran. Behörden und Gerichte urteilen unterschiedlich, was den Umgang mit dem Fischfresser angeht. In Niedersachsen gibt es eine Kormoranverordnung, die gerade im Umweltministerium überarbeitet wird und Mitte März vorgelegt werden soll. Selbst das Vertreiben der Vögel per Laser wird dabei geprüft. „Es gibt weniger Probleme an natürlichen Gewässern, die Probleme liegen mehr an Teichzuchtanlagen“, sagte eine Ministeriumssprecherin. Dort, wo kommerziell Fisch gezüchtet wird, soll die Ansiedlung von Kormoranen künftig wohl verhindert werden. Nördlich von Celle und in der Umgebung von Hannover gibt es in Niedersachsen die meisten Zuchtteiche. lni

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