Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Feuerwehr rettet Inselvogt mit Luftkissenboot
Hannover Meine Stadt Feuerwehr rettet Inselvogt mit Luftkissenboot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:32 15.01.2010
Mit einem Luftkissenboot holte die Feuerwehr den Inselvogt von der Insel Wilhelmstein Quelle: lni
Anzeige

„Das musste ich jetzt machen“, sagt Zobel, fällt seiner Frau Heidrun um den Hals und küsst sie. Eigentlich wollte Zobel auf der Insel Wilhelmstein nur nach dem Rechten sehen und dann kurz vor dem vierten Advent wieder zurückkehren. Doch Blitzeis verhinderte dies.

Fast alleine hat der Mann einen Monat lang unfreiwillig mitten im Steinhuder Meer auf der Insel festgesessen. Nur ein Fuchs leistete Zobel zeitweise Gesellschaft. „In den letzten Tagen zog der immer um die Häuser und suchte nach toten Vögeln“, erzählt der Inselvogt.

„Am Anfang hatte ich die Hoffnung, dass das Eis auftaut“, berichtet Zobel. Aber daraus wird nichts. Weihnachten rückt näher, und der Binnensee bleibt zugefroren. Zobel muss das Fest der Besinnlichkeit alleine feiern. „Das war das erste Mal. Stattdessen gab es Weihnachtsgrüße übers Telefon“, sagt Zobel.

Vermisst habe er während des unfreiwilligen Aufenthaltes am meisten seine Frau und das Zusammensein mit der Familie. „Wir hatten aber immer dreimal am Tag zu bestimmten Zeiten miteinander telefoniert“, sagt Zobels Ehefrau. Aber auch den Jahreswechsel können die beiden nicht zusammen verbringen.

Weil der Inselvogt nicht Gefahr laufen will, auch noch seinen Geburtstag am 23. Januar ohne Frau und Tochter zu feiern, ruft er die Feuerwehr in Steinhude zur Hilfe. Mit einem Luftkissenboot holt ihn ein Feuerwehrmann schließlich am Freitag ab.

„Ich habe mich sehr einsam gefühlt“, gibt Zobel zu. Seinen Alltag habe er aber so normal wie möglich gestaltet. „Ich bin immer um 7.30 Uhr aufgestanden und habe mich rasiert“, sagt Zobel. „Das alles gibt einem das Gefühl, das alles in Ordnung ist.“ Ansonsten habe er in Ruhe Ludwig van Beethoven gehört und Bücher gelesen. „Zuletzt das Buch ’Die Leber wächst mit ihren Aufgaben’“, erzählt der 48-Jährige. Außerdem habe er in den vier Wochen die Arbeit von drei Monaten erledigt. Zu seinen Aufgaben gehört unter anderem die Inventur im Inselladen und das Schreiben eines Abschlussberichtes.

„Ich werde jetzt erst mal einen fünf Kilometer langen Spaziergang geradeaus machen und nicht mehr 400 Meter im Kreis laufen. Außerdem freue ich mich auf einen Glühwein“, sagt Zobel, als er auf dem Festland angekommen ist. Und endlich kann er auch die Weihnachtsgeschenke auspacken, die auf ihn zu Hause warten.

Verwaist ist die Festung, die Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe gehört, nun allerdings nicht. Stephan Tewes hat Zobel abgelöst. Er wird jetzt für etwa vier Wochen die Stellung auf der Festung halten - und die Dauer ist ihm bekannt. lni

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Schwerer Brocken am Dach: Einen etwa 300 Kilogramm schweren Eiszapfen hat die Feuerwehr am Freitag in Hannover von einem Haus entfernt.

15.01.2010

Beim Brand in einem zweigeschossigen Wohnhaus in Hannover ist am Freitag ein 46 Jahre alter Mann ums Leben gekommen.

15.01.2010

Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) kippt einen Teil der Umweltzone in Hannover. Per Erlass sollen die von SPD und Grünen in der Landeshauptstadt eingeführten Fahrbeschränkungen für umweltschädliche Autos entschärft werden, kündigte Sander an. Er forderte die Stadt per Erlass auf, alle Dieselautos der Euro-3-Norm mit gelber Plakette wieder zuzulassen. 

15.01.2010
Anzeige