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Farbanschlag: Ein Polizist sichtet den Schaden an der Fassade.© Schaarschmidt

Polizei ermittelt

Farbanschlag auf Haus von OB Weil

Auf das Privathaus von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil (SPD) haben unbekannte Täter in der Nacht zum Dienstag einen Farbanschlag verübt.

 

Sie schmierten mit roter Farbe unter anderem Beschimpfungen wie „Tiermörder“ und „Arschloch“ auf das Haus. Weil selbst war nicht anwesend, er ist zur Zeit im Urlaub.

Die Aktion könnte nach Erkenntnissen der Polizei im Zusammenhang mit dem Streit um den Bau eines Tierimpfstoffzentrums in Hannover stehen. Die Polizei durchsuchte nach der Farbattacke am Dienstagnachmittag das Gelände, auf dem gebaut werden soll. Es gehört der Firma Boehringer aus dem rheinland-pfälzischen Ingelheim und wird seit mehreren Wochen von Demonstranten besetzt, die gegen die Pläne der Firma protestieren und dort campen.

„Wir suchen nach möglichen Beweismitteln“, sagte ein Polizeisprecher. Es habe auch noch andere Vorfälle rund um das Gelände gegeben, weitere Details dazu wollte der Sprecher aber zunächst nicht nennen. Ob Beweismittel gefunden wurden, die einen Zusammenhang zwischen den Besetzern und den Farbschmierereien am Haus des Oberbürgermeisters belegen, stand am späten Nachmittag nach Polizeiangaben noch nicht fest.

Die Beamten nahmen von rund 10 bis 20 Gegnern des Tierimpfstoffzentrums die Personalien auf. Die meisten verhielten sich dabei kooperativ. Allerdings seien mindestens zwei Besetzer auf hohe Bäume geflüchtet und hielten sich dort versteckt. „Da kommt man nicht so ohne weiteres ran“, sagte der Polizeisprecher.

Der Protest gegen das geplante Tierimpfstoffzentrum schwelt seit Monaten. Die Demonstranten, die zum großen Teil nicht aus Hannover kommen, haben das Grundstück in einem Wohngebiet besetzt. Sie wollen dort auf unbestimmte Zeit bleiben. Da der Protest bisher friedlich verlief, will Boehringer das Gelände auch weiterhin nicht räumen lassen. „Im Moment ist überhaupt noch nicht erwiesen, ob die Schmierereien am Haus des Bürgermeisters im Zusammenhang mit Besetzern stehen. Deswegen hat sich da an unserer Haltung auch noch gar nichts geändert“, sagte ein Sprecherin.

Das pharmazeutische Unternehmen will bis 2011 ein europäisches Zentrum für die Erforschung und Entwicklung von Schweineimpfstoffen errichten. Bis zu 35 Millionen Euro sollen investiert werden, etwa 50 wissenschaftliche Mitarbeiter sollen im neuen Zentrum gegenüber der Tierärztlichen Hochschule arbeiten.

Gegen das Projekt protestieren auch zahlreiche Anwohner, die sich in der „Bürgerinitiative gegen Massentierversuche in Wohngebieten“ zusammengeschlossen haben. Sie bereiten Klagen vor, wollen aber zunächst eine Entscheidung des Rates der Stadt Hannover über das Projekt abwarten, die im September fallen soll. Bislang hatten SPD, CDU, Grüne und FDP mehrheitlich für die Ansiedlung gestimmt. lni


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