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FRANZISKA SANDER: Als sie 26 Jahre alt war, wurde sie von ihrem Ehemann getötet - die beiden wohnten an der Lavesstraße.

FRANZISKA SANDER: Als sie 26 Jahre alt war, wurde sie von ihrem Ehemann getötet - die beiden wohnten an der Lavesstraße.

Kriminalität

Fall Franziska: Schwere Vorwürfe der Familie

Gab es schwere Ermittlungspannen im Fall der vor 24 Jahren vom Ehemann erwürgten Hannoveranerin Franziska Sander? Ihre Geschwister erheben jetzt schwere Vorwürfe gegen die Polizei.

Hannover. Und sie wehren sich gegen den Verdacht, sie hätten erst 2013 Vermisstenanzeige erstattet. Inzwischen hat die Familie den Strafverteidiger Matthias Waldraff als Anwalt eingeschaltet.

In einer schriftlichen Stellungnahme, die der NP vorliegt, erklärt die Familie, dass sie bereits im Herbst 1992 zur hannoverschen Kriminalpolizei gegangen sei, um Vermisstenanzeige zu erstatten: „Mit dem Ergebnis, dass uns die damalig beteiligten Polizeibeamten von oben herab behandelten und belehrten, dass wir dazu kein Recht hätten, da Franziska volljährig sei und sie gehen könne, wohin sie wolle.“ Zudem sei es Sache ihres Ehemanns Jörg L., die Anzeige zu erstatten. Das tat dieser aber nicht, die Polizei sei trotzdem untätig geblieben.

Auch als kurz darauf eine junge Frau im Raum Hannover ermordet aufgefunden wurde und es hieß, dass es keine Vermissten in Hannover gäbe, ging die Familie erneut zur Polizei, um anzuzeigen, dass Franziska weiterhin vermisst würde. Die Beamten verhörten L. zwar, ließen ihn aber unbehelligt. Wiederum veranlasste die Behörde keine Suche. Auch bei der Vermisstenstelle des Landeskriminalamtes sei man abgespeist worden.

Erst 2013 habe die Familie endlich eine Vermisstenanzeige aufgeben können, nachdem ein Kripo-Beamter, den die Familie kennengelernt hatte und der nicht aus Hannover kam, offenbar auf eigene Faust ermittelt hatte. Die Geschwister wollen nun prüfen lassen, „gegen welche Beamte wegen Strafvereitelung im Dienst vorgegangen werden muss“.

Die Familie zeigt sich zudem empört über die Darstellung des Oberstaatsanwalts Thomas Klinge, sie wäre all die Jahre untätig geblieben. „Als meine Mandanten diese Behauptung im TV gesehen haben, sind sie fast tot umgefallen vor Schreck, Zorn und Enttäuschung“, kritisiert Waldraff: „Wie kann der Staatsanwalt nur so etwas sagen, ohne sich vorher schlauzumachen?“ Die Geschwister fühlten sich in ihrer Ehre „schwerst verletzt, getroffen und verunglimpft“. Waldraff will nun über Akteneinsicht herausfinden, ob Jörg L. damals als Beschuldigter verhört worden sei: „Denn dann wäre die Verjährungszeit unterbrochen.“ Hintergrund: Die Staatsanwaltschaft wertet die Tat nicht als Mord, sondern nur als Totschlag. Und der ist nach 20 Jahren verjährt. hg


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