Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Meine Stadt Fahrverbot fürs Drängeln
Hannover Meine Stadt Fahrverbot fürs Drängeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 20.04.2013
DRÄNGELN UND DROHEN: Verkehrsrowdys leben häufig – wie hier auf einem Archivbild – ihre Frustrationen auf der Straße aus. Dass sie dabei auch ihre Mitmenschen gefährden, nehmen sie oft billigend in Kauf. Quelle: Carsten Rehder
Anzeige
Hannover

Zwischen den Äußerungen „Das habe ich 100-prozentig nicht gemacht“ und „Ich wollte ihr einen Schrecken einjagen“ lagen fünf Minuten. Nach einem kurzen Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Jugendgerichtshilfe zeigte sich der 19-jährige Angeklagte einsichtig. Dem Geständnis folgte das Urteil: Wegen Nötigung verurteilte Richter Jens Buck den Fahranfänger zu drei Monaten Entzug des Führerscheins, fünf Tagen gemeinnütziger Arbeit und einem Verkehrserziehungstraining.

Was war geschehen? Am 5. Oktober 2012 war der junge Mann mit vier Kumpels auf der A7 unterwegs. Im BMW seines Cousins überholte er rechts mehrere Fahrzeuge. Eine Autofahrerin (35) sagte gestern im Amtsgericht Hannover aus: „Ich habe mich wahnsinnig erschrocken.“ Sie hupte den Angeklagten an. Mehrere hundert Meter vor der Ausfahrt Fallingbostel blinkte sie. Der junge Autofahrer überholte sie und fuhr ebenfalls von der A7 ab. Bei Dunkelgelb fuhr er vor der 35-Jährigen über eine Ampel. An der nächsten Tankstelle wartete er dann auf seine Kontrahentin. „Er fuhr uns auf unserer Spur entgegen. Meine Tochter musste den Wagen komplett abbremsen. Es war bedrohlich“, sagte die Mutter (67) aus. Dann sei der Angeklagte wenige Meter vor ihnen ausgeschert und weitergefahren. „Ich habe wirklich Angst gehabt“, sagte die Fahrerin. Auch ihr zehnjähriger Sohn habe sich gefürchtet.

Richter Buck bewertete diese Aussagen als sehr glaubhaft. Auch die Ankündigung des Angeklagten, dass die Kumpel aber seine Sicht der Dinge bestätigten, dass da nichts gewesen sei, beeindruckte den Richter nicht. Offensichtlich zu Recht: Schließlich legte der Auszubildende nach seinem Beratungsgespräch ja kleinlaut ein Geständnis ab. Der Richter wertete das Geschehen als „typische Jugendverfehlung“, machte aber deutlich, dass der Staat ein solches „Wildwest-Verhalten im Straßenverkehr“ nicht dulde.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Allein das Handwerk ist auf der Suche nach 600 junge Leute.

20.04.2013

Andrzej N. muss fast sieben Jahre in Haft. Ihm droht bei Rückfall Sicherheitsverwahrung.

20.04.2013

Musikfans sind sich einig: Hannover braucht einen großen Konzertsaal. Für 16 Millionen Euro ließe der sich unter der Kuppel des Hannover Congress Centrums verwirklichen. Die Firma Sennheiser hat dazu eine Projektstudie gemacht. Mit das Beste daran: Firmenboss Professor Jörg Sennheiser ist bereit, die Koordination für eine Suche nach Sponsoren zu übernehmen. Drei Millionen Euro sollen auf diesem Weg zusammen kommen.

20.04.2013
Anzeige