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Meine Stadt Fachtagung an der TiHo: Kann Tierliebe krank machen?
Hannover Meine Stadt Fachtagung an der TiHo: Kann Tierliebe krank machen?
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20:00 31.01.2018
VORSICHT keime: Viele Tierfreunde haben ein sehr inniges Verhältnis zu ihren Vierbeinern. Küsschen geben gehört dazu, manche lassen die Tiere auch in ihrem Bett schlafen. Hygienisch ist das nicht. Krankheitserreger können so leicht überspringen. Quelle: Foto: dpa
HANNOVER

Es gab mal diese „Dschungelhypothese“, nach der frühzeitiger Kontakt der Kleinkinder zu Keimen sie im Alter weniger anfällig für Krankheiten machen sollte. Auch der 1991 verstorbenes Hundeforscher Eberhard Trumler war davon überzeugt, dass seine Kinder wegen des ständigen, intensiven Kontakts mit seinen Hunden so selten krank wurden. „Diese These aber hat sich ganz klar nicht bestätigt“, so der Epidemiologe Prof. Lothar Kreienbrock von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo). Heute weiß man: Haustiere können krank machen.

Wie groß die Gefahr der Tierliebe tatsächlich ist, darüber diskutieren Experten am Freitag auf einer Tagung in der TiHo. Verletzungen etwa durch Bisse und allergische Reaktionen sind das Eine, daneben aber gibt es auch Risiken durch Viren, Bakterien, Pilze und Parasiten. Konkrete Daten über die Ansteckungsgefahr gibt es zwar nicht, aber da die Zahl der Haustiere bundesweit stark zugenommen habe, habe auch die Zahl der von ihnen übertragenen Erkrankungen zugenommen, erklärt Kreienbrock.

Acht Millionen Hunde

Fast in jedem zweiten Haushalt lebt ein Haustier. „Es gibt allein acht Millionen Hunde, gefolgt von Katzen.“ Wobei von denen sogar eine noch größere Gefahr ausgehe, da sie oft Freigänger seien.

Dennoch seien Erkrankungen durch von Haustieren übertragene Erreger eher Einzelfälle, die für gesunde Menschen auch in der Regel schnell überwunden sind. Problematisch wird es bei Risikogruppen: Menschen mit geschwächtem Immunsystem, junge und ältere Menschen und auch Schwangere. „Da können solche Erkrankungen im Extremfall tödlich sein“, so Kreienbrock.

Hygiene hilft

Dabei kann man sich recht einfach schützen. „Man sollte die klassischen Hygienemaßnahmen beachten“, rät der Experte. „Doch wird das eigentlich globale Gebot des Händewaschens oft vergessen.“ Viele Tierfreunde würden ihre Lieblinge auch mit ins Bett nehmen, was eine Ansteckung begünstige. Beim Säubern des Katzenklos etwa sollten Gummihandschuhe getragen werden – insbesondere von Schwangeren.

Ein besonderes Risiko gehe von Reptilien aus, die sich wachsender Beliebtheit erfreuten, so der TiHo-Experte. „Die haben teils ganz andere Erreger in sich, an die wir als Mensch nicht gewöhnt sind. Bestimmte Salmonellen etwa, mit denen das Immunsystem nicht vertraut ist, und die zu heftigsten Durchfällen führen können.

Insgesamt wird die Problematik auf der Tagung von mehr als zehn Vorträgen aus den verschiedensten Perspektiven unter die Lupe genommen. So können sich Menschen auch an Ziervögeln etwa mit Chlamydien infizieren, von Meerschweinchen kann man Hautpilz bekommen, und auch Streichelzoos sind nicht ohne Risiko: Schafe und Ziegen können Coli-Bakterien übertragen.

Von Andreas Krasselt

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