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Meine Stadt FFN-Mann Franky freut sich über sein zweites Leben
Hannover Meine Stadt FFN-Mann Franky freut sich über sein zweites Leben
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15:18 05.09.2018
Quelle: Petrow
Hannover

Sensation. Gerade als Journalist muss man vorsichtig sein mit einem Begriff, der es viel zu oft in die Boulevard-Medien schafft. Dass aber an diesem Mittwochmittag neben mir „ffn“-Morgenmän Frankyjoggt, das ist eine Sensation. Weil dieser große Kerl vor zwei Jahren noch fast 180 Kilo wog, seinen Sohn Gustav kaum auf den Arm nehmen konnte und mit jeder noch so kurzen Treppe Schwierigkeiten hatte. „Ich habe ein neues Leben“, sagt der 46-Jährige, als wir von der Markuskirche aus in die Eilenriede starten. Er sagt das nicht beiläufig oder vergnügt, er sagt es so wie einer, der gerade noch mal die Kurve gekriegt hat.

Sohn Gustav und der Arzt haben alles verändert

Zwei Jahre ist es her, dass Franky von seinem Arzt diese Ansage bekam: „Mit dem Gewicht kann ich nicht garantieren, dass Sie Ihren 50. Geburtstag erleben werden.“ „Das war deutlich“, erinnert sich der als Frank Schulte geborene Moderator, der bei der Hochzeit mit seiner Annett den Mädchennamen der Ehefrau angenommen hat und nun Schambor heißt. „Gustav war vier, und mir war klar, dass ich alles ändern muss, wenn ich ihn aufwachsen sehen will“, sagt Franky und fügt hinzu: „Den größten Dank schulde ich meiner Frau. Wenn ich heute Fotos von früher sehe, kann ich nur sagen: Ich hätte mich verlassen.“

Franky rennt dreimal pro Woche

Am Wakitu-Spielplatz vorbei nehmen wir Kurs Musikhochschule, diese Fünf-Kilometer-Runde dreht Franky seit April dreimal die Woche. Möglich machten das eine Magenverkleinerung um 90 Prozent und absolute Disziplin. „Ich habe das Rauchen aufgegeben, mein geliebtes Bier trinke ich nur noch in Maßen, ich gehe dreimal pro Woche ins Fitness-Studio und dreimal pro Woche in den Wald. Immer sofort nach der Arbeit, bei Wind und Wetter. Da gibt es keine Ausreden.“ Ein Brötchen passt noch rein, bei Pizza und Pasta wird geteilt: „Drei Viertel für Gustav, ein Viertel für mich. Danach sind wir beide pappsatt.“ 69 Kilo hat Franky inzwischen abgenommen: „Das Gründungsjahr meines Lieblingsklubs will ich noch schaffen – ich will runter auf 96.“

Aufstehen um drei, ins Bett um neun

Einen Kilometerschnitt von 7:36 Minuten zeigt die Lauf-App auf Frankys Handy an, als wir über Kindheit und Jugend reden. In Wuppertal geboren, in Berlin Abi ge­macht – als Sohn eines selbsternannten Hippies ist der 1,88-Meter-Mann rumgekommen. 13 Schulen hat er besucht, in 14 Städten gelebt. Ein Bewegungstalent war er eigentlich, Fußball, Basketball, später American Football. Mit 103 Kilo fing einer der dienstältesten Morgenmoderatoren Deutschlands 1999 bei Radio ffn an. Bei einem krass veränderten Tagesrhythmus (drei Uhr morgens raus, um 21 Uhr ins Bett) spielten Ernährung und Gesundheit „leider nur noch die Nebenrolle.

"Unfassbar fett"

Ich futterte Fast Food und Fertigprodukte, die Bewegung kam zu kurz“, gibt Franky zu, „bis ich nicht mehr dick war, sondern fett. Unfassbar fett.“ Verstohlen und schweigend schaue ich rüber zu meinem neuen Laufkumpel – und ich gebe zu: Ich hatte mich eher auf eine Walking- oder zumindest eine Laufrunde mit vielen Gehpausen eingestellt. Doch ich bin überrascht bis begeistert. Franky läuft, leicht vornübergebeugt und mit schlurfenden Trippelschritten. Starke Arthrose im Knie quält den Mann, dessen markante Stimme frühmorgens bis zu 500 000 Niedersachsen hören.

„Überall erfahre ich neue Wertschätzung“

Ski fahren kann er wieder, und toben und spielen mit seinem kleinen Sohn. Als Franky über diese Vaterfreuden spricht, bricht seine Stimme fast, so glücklich macht ihn „die zweite Chance, die ich be­kommen habe“. Immer wieder werden wir erkannt an diesem Mittag, mein Eintracht-Lauffreund Max steigt sogar vom Rad und applaudiert dem „ffn“-Gesicht. „Überall erfahre ich neue Wertschätzung“, freut sich Franky darüber, „das ist fantastisch.“

Nach exakt 38:08 Minuten ist diese Rederunde im „schönsten Stadtwald der Welt“ (Franky) vorbei, der Moderator umarmt mich stürmisch, ich flüstere ihm: „Sei stolz auf dich!“ ins Ohr. Ich laufe weiter zum Auto, als mich dieses Kompliment per SMS erreicht: „Du bist mein Lauf-Vorbild!“, schreibt Franky. Noch, denke ich, in diesem Tempo hat er mich bald eingeholt.

von Christoph Dannowski

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