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Meine Stadt Experten fordern bessere Unterstützung für Syrien-Flüchtlinge
Hannover Meine Stadt Experten fordern bessere Unterstützung für Syrien-Flüchtlinge
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12:00 09.11.2013
Experten fordern bessere Unterstützungsmaßnahmen für syrische Flüchtlinge.
Hannover

Laut Weber erhalten syrische Flüchtlinge seit Ende September in 14 von 16 Bundesländern ein Visum, wenn sie dort bereits Verwandte haben, die zudem finanziell für sie bürgen. Bereits in Niedersachsen lebende Syrer müssten für jeden nachgeholten Verwandten eine sogenannte Verpflichtungserklärung abgeben, erläuterte der Geschäftsführer des Flüchtlingsrats. Damit garantierten sie, die Kosten etwa für den Lebensunterhalt und die Gesundheitsversorgung der Kriegsflüchtlinge in voller Höhe zu übernehmen. "Bisher ist das eine Regelung, die nur für reiche Syrer hierzulande infrage kommt", kritisierte Weber. "Die Aufnahme muss von der Schutzbedürftigkeit und nicht vom Geldbeutel abhängen."

Martin Roger von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte besonders die fehlende Krankenversicherung vieler Flüchtlinge. "Die medizinische Versorgung eines Menschen darf nicht von seinem Aufenthaltsstatus abhängig sein." Die Kosten für die bürgenden Verwandten könnten in bestimmten Krankheits- oder Pflegefällen extrem hoch liegen, sagte Roger. Das Bundesland müsse hier finanziell eingreifen und zudem auch Geld für medizinische Dolmetscherdienste bereitstellen.

Ebenfalls auf dem Diskussionspodium war Amina Önder, Tochter der vor acht Jahren in die Türkei abgeschobenen und Anfang des Jahres zurückgeholten Gazala Salame. Unter Tränen schilderte sie noch einmal den Tag der Abschiebung ihrer schwangeren Mutter und ihrer einjährigen Schwester. "Die Hälfte meines bisherigen Lebens wurde damals zerstört", sagte die 16-Jährige. Ihr Vater hätte die damals Achtjährige gerade zur Schule gefahren, weshalb beide nicht mit abgeschoben worden seien. "Wir wurden auseinandergerissen."

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