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Kleiner Piks, große Wirkung: Impfen schützt vor Krankheiten, doch es gibt auch Angst vor Nebenwirkungen.

Kleiner Piks, große Wirkung: Impfen schützt vor Krankheiten, doch es gibt auch Angst vor Nebenwirkungen.© dpa

Medizin

Experten begrüßen Vorstoß gegen Impfgegner

Der Druck auf Impfgegner steigt: Die Bundesregierung verschärft die Regeln für Eltern, die ihre Kinder nicht immunisieren lassen wollen. Experten in Hannover halten diesen Vorstoß für überfällig.

Hannover. Masern, Mumps, Röteln – Standardimpfungen für Kinder werden neuerdings aus Angst der Eltern vor Nebenwirkungen (bis hin zu Multi­pler Sklerose) immer wieder verweigert. Matthias Stoll, Impfexperte an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), graust es, wenn er sieht, „dass Eltern ihre Kinder nicht gegen eine so unfassbar ansteckende Krankheit wie Masern – und das ist keine harmlose Kinderkrankheit! – impfen lassen“. Er fordert: „In Deutschland müssen alle Kitas durchgeimpft sein.“

Nach den neuen Regeln müssen Kitas Eltern künftig der Gesundheitsbehörde melden, wenn sie keine Impfberatung nachweisen können – die Gespräche sind dazu da, Ängste und Fragen zum Thema Impfen zu klären. Dadurch, so Stoll, sei „schon viel gewonnen, weil man Eltern überzeugen kann: Impfen ist eine gute Sache.“ Stoll glaubt, dass „wir die Impfrate weniger durch die Höhe des Bußgeldes als durch die Beratung steigern können“.

Constanze Wasmus ist Leiterin der Abteilung Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin beim Gesundheitsamt der Region Hannover. Aus ihrer Sicht ist das „nur zu begrüßen“, habe es doch in der Vergangenheit immer wieder Probleme beim Umgang zur Frage der geforderten Impfberatungsnachweise gegeben. Es gab etwa keine gesetzliche Grundlage für die Kitas, Daten an die Behörden zu geben, und viele wollten die Eltern nicht denunzieren.

Auch das niedersächsische Ge­sundheitsministerium sieht einen Fortschritt. Eine Sprecherin: „Das Ministerium hält die verpflichtende Impfberatung vor Eintritt in Kitas für sinnvoll und in Anbetracht drohender Krankheitsbrücke bei fehlenden Impfungen nur für konsequent.“ Die Behörde sehe auch „kein Konfliktpotenzial“ durch die Neuregelung. Es gebe „keine Hinweise darauf, dass sich Eltern zumindest einer Impfberatung bei Ärzten oder dem Gesundheitsamt verwehren“.

Das Land werde den Plänen im Bundesrat deshalb zustimmen. Für die Kitas sei die Änderung von Vorteil, so die Sprecherin: „Bislang waren die Betreuungseinrichtungen alleine gelassen, wie sie vorgehen sollen, wenn eine Impfberatung nicht nachgewiesen wurde. Mit der gesetzlichen Regelung ist nun die Kontrollmöglichkeit gegeben.“


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