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© Daniel Reinhardt

Im Blog rechnet er ab

Ex-Ratsherr Hillbrecht verlässt die Piraten

Dirk Hillbrecht, einst Bundesvorsitzender der Piraten, verlässt die Partei. Das Projekt sei gescheitert, sagt er und beklagt „blutleere Politik“.

hannover. Elf Jahre lang war Dirk Hillbrecht Mitglied der „Piraten“. Jetzt ist Schluss. Der ehemalige Bundesvorsitzende der Partei, der Gründungsmitglied des niedersächsischen Landesverbandes und von 2011 bis 2016 Ratsmitglied war, hat seinen Austritt erklärt. „Das war ein langer Prozess“, sagte er der NP.

Dass er sich bei den ehemaligen Mitstreitern nicht länger wohl fühlte, hatte sich schon vor eineinhalb Jahren abgezeichnet. Der Software-Entwickler ging deutlich auf Distanz. Schon vor der Kommunalwahl (zu der Hillbrecht nicht wieder antrat) hatten etliche Kommunalpolitiker erwartet, dass er sich einer anderen Ratsfraktion anschließt.

Irgendwann werde er sich wieder parteipolitisch engagieren, vermutet Hillbrecht. Doch erst mal scheint er klarkommen zu müssen mit tiefen Enttäuschungen auf einem langen Weg, den er in einem Blog auch für sein „späteres Ich“ beschreibt.

Gnadenlos rechnet der einstige Parteichef mit den Piraten ab. „Die in­halt­li­che Be­lie­big­keit ist wei­ter vor­an­ge­schrit­ten“, heißt es. Und :“Wür­de die Pi­ra­ten­par­tei wie­der hör- und sicht­bar, hät­te sie wie­der lang­fris­ti­ge, ge­sell­schaft­lich re­le­van­te po­li­ti­sche Kon­zep­te, gä­be es kei­ne Me­cha­nis­men, die die de­struk­ti­ven Pro­zes­se der Jah­re 2012 bis 2014 ver­hin­dern wür­den.“

Er nehme die Piraten inzwischen wahr als „Wohlfühl-Event-Gruppe, die an Veranstaltungen teilnimmt und Luftballons aufpustet“, schildert Hillbrecht der NP sein Unwohlsein. Natürlich gebe es noch einige (wenige)gute Leute. Sehr viele Men­schen mit wirk­li­chem po­li­ti­schen Ge­stal­tungs­wil­len aber seien aus der Par­tei ver­trie­ben oder „re­gel­recht raus­ge­ekelt“ wor­den. „Die jet­zi­ge po­li­ti­sche Blut­lee­re ist auch ei­ne Spät­fol­ge von da­mals.“

Trotz immer noch vorhandener Übereinstimmung mit den Inhalten sieht der ehemalige Vorsitzende die Pi­ra­ten­par­tei „heu­te als ge­schei­ter­tes Pro­jekt“. Er habe zwar tolle Menschen kennengelernt, aber auch „be­mer­kens­wer­tes In­tri­gan­ten­tum und un­glaub­li­che Dumm­heit und dass Men­schen sich in den sel­tens­ten Fäl­len än­dern – noch sel­te­ner zum Gu­ten“.

Wo sich Dirk Hillbrecht künftig politisch aufgehoben fühlen könnte, verrät er nicht. Er sein zu­tiefst li­be­ra­l und frei­heit­lich-bür­ger­lich den­ken­d, sagt er. „Mal se­hen, wo­hin es mich treibt.“

Von Vera König


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