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Justiz

Ex-Geliebte wegen Stalkings verurteilt

Hat ein 44-Jähriger jetzt endlich Ruhe vor seiner verhängnisvollen Affäre? Vielleicht. Seine Ex-Geliebte (49) erhielt Montag im Amtsgericht Burgdorf einen Strafbefehl von drei Monaten Haft auf Bewährung wegen Stalkings.

Burgdorf. „Sie hat den Mann in der Zeit vom 24. Oktober bis 9. Dezember 2011 1373 Mal angerufen“, zitiert Amtsgerichtsdirektor Wilfried Lehmann-Schmidtke aus der Anklage. Die auf Bewährung verurteilte Stalkerin war nicht vor Gericht erschienen.

„Sie muss jetzt jeden Kontakt zu ihrem Ex-Geliebten und seiner Familie vermeiden“, lautet eine Auflage. Sie erhält einen Bewährungshelfer und muss sich, wenn das nötig sei, in psychiatrische Behandlung begeben. „Das wichtigste Ziel ist für das Gericht, dass das Opfer jetzt seine Ruhe hat“, sagt Lehmann-Schmidtke. Verteidger Holger Nitz erklärte gegenüber der NP: „Wir akzeptieren das Urteil. Meiner Mandantin kommt es jetzt darauf an, zur Ruhe zu kommen.“

Für das Opfer ist das Urteil „eine Farce“. Denn in der Anklage stände nur die Spitze des Eisbergs. „Seit dreieinhalb Jahren verfolgt mich diese Frau und bedroht meine Familie“, sagt der Unternehmer. Doch das sei gestern überhaupt nicht zur Sprache gekommen.

Wie konnte es soweit kommen? Das Opfer räumt ein, siebeneinhalb Jahre eine außereheliche Beziehung mit der 49-Jährigen gehabt zu haben. Doch auch als sie ein Kind von ihm bekam, verließ er nicht seine Familie. Im Gegenteil, er beendete das Verhältnis. Aus seiner Sicht sei es nur um Sex gegangen.

Für die Frau war es mehr. Es habe angefangen an mit einer Flut von Anrufen, erzählt der 44-Jährige. Doch das Stalking wurde massiver. „Wenn deine Frau nach Hause fährt, kann es sein, dass ein Backstein in die Windschutzscheibe fällt“, habe die verlassene Geliebte gedroht. Irgendwann beichtete er seiner Frau die außereheliche Beziehung. Sie verzieh ihm und leidet seitdem mit.

Im Laufe der Zeit seien elf Autos des Unternehmers zerkratzt worden. „Sie hat auch Firmenwagen beschädigt. Der Schaden liegt sicher bei 30000 Euro“, erzählt der Unternehmer.

Doch die Verfolgungswut dehnte sich auch auf das Umfeld des Mannes aus. „Sie terrorisiert auch einen Freund und meine Nachbarin, obwohl sie die Frau gar nicht kennen.“ Auch bei seiner Mutter habe sich die Ex-Geliebte eingeschlichen. Der Unternehmer ist auch entsetzt darüber, wie wenig ihm die Polizei helfen konnte. „Ich habe ein Jahr gebraucht, bis ich Gehör fand“, erzählt er. Stattdessen sollte er seine Jagdwaffen abgeben, weil er einen psychisch labilen Eindruck mache, sagte eine Polizeibeamtin. Nach jahrelangem Telefonterror, Bedrohungen, Verunglimpfungen und Sachbeschädigungen ist das wohl verständlich. „Das Problem beim Stalking liegt juristisch in der Beweisbarkeit der Taten“, sagt Lehmann-Schmidtke. Für das Opfer steht fest: „Diese Frau gehört in die Psychiatrie.“

Burgdorf Amtsgericht

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